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Nach seiner Ankunft zu Dinapore, wo er auf längere Zeit seinen Aufenthalt nehmen sollte, ging seine erste Sorge dahin. Schulen für die Eingeborncn zu errichten, da er mit Recht nur auf diese Weise sich den Weg zu bahnen hoffen konnte zu dem Ziel, das er als Missionar erreichen sollte und wollte. Daneben fuhr er eifrig sort, sich mit den Sprachen der Eingebornen und der Uebersetzung der heiligen Schrift in dieselben zu beschäftigen, und fand dabei nicht geringe Schwierigkeit, theils in der Menge der nicht selten sehr von einander abweichenden Volkssprachen und Mundarten, theils in der Beschaffenheit dieser Sprachen selbst, die das richtige Uebersetzen oft zu einer sehr schweren Ausgabe machte. Neben den verschiedenen lebenden Sprachen studirte er fleißig auch das Sanskrit, was ihm empfohlen worden war, um sich das Verständniß jener zu erleichtern, und das genauere Studium dieser urallen, für heilig geach­teten, höchst vollendeten und höchst merkwürdigen Sprache, in der noch große, und für die Geschichte der geistigen und na­mentlich der religiösen Bildung der alten Bewohner Hindustans sehr wichtige Werke vorhanden. sind, konnte nicht anders, als sehr anziehend für ihn seyn, wenn er sie auch nicht als die Stammmutter sämmtlicher indo-germanischen Sprachen betrachtete, eine Ansicht, die später bei Vielen, auch unter uns, Eingang gesunden und viel d»zu beigetragen hat, der Erlernung dieser Sprache eine größere Wichtigkeit und weitere Verbreitung zu gewähren.

Martvn war langst gewohnt, Alles, w.is er trieb, nur auf das Eine zu beziehen, was er als seinen Berus hic- nieden im Dienste Gottes erkannte nämlich auf die Verkündigung des Evangeliums unter den Heiden und Muhamedancrn und so betrachtete er auch das Studium des SanMit aus diesem Gesichtspunkte als etwas Pflicht- mäßiges und Nothwendiges, und würde, bei allem Anzie­henden, was diese Beschäftigung für einen Geist, wie der seinige war, haben mußte, doch ,es für einen unverantwort­lichen Zeilverlust und für ein unnützes, ja sündliches Be­ginnen gehalten haben, wenn er nicht geglaubt hätte, es sey eine heilige Pflicht für ihn so kostbar war ihm die Zeit, als hätte er es gcahnet, wie kurz sein Laus hienicden seyn werde. Doch! was heißt denn lang in diesem Leben und wenn es auch das längste wäre, was einem