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minen und Nadschah's sich zur Taufe bei ihm meldeten ; so würde er sie ihnen doch nicht bewilligen, wenn er nicht glaubte, daß sie wirklich bußfertig seyen und der Welt entsagen wollten. «
Martyn hatte in und um Dinapore in Kurzem fünf Schulen angelegt, die von einer großen Anzahl Kinder besucht wurden, und die seine Thätigkeit und immer wache Sorge sehr in Anspruch nahmen. Auch seine sonntäglichen Berufsgeschäfte hatten sich vermehrt. — Er hielt früh einen Gottesdienst für die Europäer, und Nachmittags für die Eingebornen und besuchte dann noch das Hospital; ja noch spät Abends versammelte er in seiner Wohnung diejenigen von den Soldaten, welche seinen Ermahnungen Gehör gaben, zu einer Privatandacht. Besonders weh that es ihm, wenn manche seiner ungläubigen Landsleute so verächtlich von den Bestrebungen der Missionare redeten und ihnen allen Erfolg geradehin absprachen.
Dabei verkannte er die großen Schwierigkeiten nicht, die mit dem Gelingen des Vekehrungsgeschästs, besonders unter den Hindu's, verbunden waren. „Unser Unternehmen ist — schreibt er unter Anderm — wo möglich in den Augen dieses Volkes noch verhaßter und verachteter, als es zur Zeit der ersten Christen war, und zwar in Folge der Mißgriffe römisch-katholischer Missionen, welche Leuten die Taufe ertheilten, ohne daß diese Neue empfanden. ES ist ganz natürlich, daß Menschen, die nichts weiter vom Christenthums wissen, als was sie bisher hier zu Lande davon gesehen haben, der Name Christ ein Greuel seyn muß." Leider waren es eben diese seine angesehenen Landsleute, die zu seinem größten Schmerze dem christlichen Namen Schande machten und der Anerkennung und gläubigen Annahme des Evangeliums so hinderlich waren. Dennoch gab er im felsenfesten, freudigen Vertrauen aus Gott und die gute Sache, die Hoffnung nicht auf. Die Kinder, die jetzt in den Schulen unterrichtet würden, hoffte er, würden dereinst erwachsen dem Götzendienste entsagen.
„ Gewiß — schreibt er an einen glcichgcsinntcn Freund—«- die allgemeine Bekehrung der Eingebornen ist nicht mehr weit entfernt." Er bemerkt übrigens sehr richtig, was oft verkannt wird, daß ein rechter Ernst bei Verkündigung der Wahrheiten des Evangeliums mehr Wirkung verspricht, als die