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deutschen Missionars Schwartz war, von dem er ihm manches Merkwürdige mittheilte, unter Anderm, daß, als einst dem indischen Fürsten, in dessen Gebiete sich Schwartz befand, von Seiten eines Großen, der seines Onkels Thron geraubt halte, Lebensgefahr drohte, der Missionar in dem­selben Zimmer mit ihm schlafen mußte, wodurch sich Jener gegen jede Gefahr hinreichend geschützt glaubte; denn die Eingebornen hielten diesen Mann für ein übermenschliches Wesen. Und wirklich verdiente es dieser ausgezeichnete Heidenapostel, der ein Muster eines evangelischen Missionars ist, daß ihn Martyn sich zum Vorbild wählte. Er glich ihm wenigstens an Eifer für die gute Sache und an Demuth.

Unterwegs berührten sie Ceylon mit seinen würzig­duftenden Aimmekwäldern, und Goa. Es war gerade Martyns Geburtstag, der 13. Februar 1311, als sie vor Bombay Anker warfen. Ich beschließe heute schreibt er in seinem Tagebuche das 30ste Jahr meines unnützen Lebens. Ich bin jetzt in dem Alter, in welchem der Erlöser der Menschen sein Lehramt begann und in welchem Johannes der Täufer das Volk zur Buße aufforderte. Ich muß nun für mich selbst denken und mit Kraft zu Werke gehen. Bis jetzt habe ich meine Jugend und Unbedcutsamkeit zur Entschuldigung für meine Trägheit und Geistesschwäche gemacht; jetzt ist's einmal Zeit, als Christ zu handeln und mulhig für Gott zu arbeiten." So wenig glaubte immer noch, in seiner Demuth, der unermüdete Mann, der sich fast zu Tode gearbeitet hatte, für das Reich Gottes gethan zu haben; so erhaben war das Ziel, das er sich selbst gesteckt hatte und das er freilich hienieden, auch bei dem besten Willen, nicht erreichen konnte.

Er hatte hier eine merkwürdige Unterredung mit einem Perser, der für den gelehrtesten Mann seines Volkes galt, und der ein Gespräch über Religion mit ihm anknüpfte. Er begann mit der Behauptung, daß keine Religion mehr Beweise für ihre Wahrheit habe, als die andere, was natürlich Martyn sehr entschieden verneinte. Wie gleich- giltig diesem Manne'die Wahrheit überhaupt und wie wenig zu hoffen war, daß er sich um die Erforschung der­selben kümmern werde, ging daraus hervor, daß er, als er nichts mehr zu erwidern wußte, zu spotten anfing, und aus Martyns ernste. Frage, ob er seine Religion zu