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vererbt ist, und dem allein die vielen wohlthätigen ^.An­stalten ih>e Entstehung und Fortdauer verdanken, bedarf keiner Aufmunterung, aber Ich versichre Euch, daß Ich die Früchte Eurer fortgesetzten Bemühung jederzeit er­kennen werde, als Euer gnädiger. König. Charlolten- bucg den 2/ten July 1799.

Friedrich Wilhelm.

Ich vermag es nicht mit Worten auszudrücken, was wir in diesem Augenblick empfunden haben.

Wir hielten es für Pflicht, diesen hohen Genuß der Ver­sammlung mitzutheilen. Auch hätte es unser Herz nicht ertra­gen, diese so einzige Freude in sich zu verschließen. Als die Gesundheit Er. Mas. des Königs von uns ausgebracht ward, nannten wir Ihn öffentlich als den Wohlthäter und Er­halter dir frankischen Stiftungen und Dein Königl. Geschenk. D-e Sprache fehlte der Empfindung, um mehr hinzuzusetzen. Ein ganz neues Gefühl ergriff die ganze Ver­sammlung. Die stille Rührung ward bald ein lauter Jubel, Wir sahen sich Freudenthränen in die Becher der Fröhlichkeit mischen. Fremde Mensche» umarmten sich. Es ward alles nur ein Herz und eine Seele. Denn es war in allen nur das Eine Gefühl der dankbaren Rührung, und der Eine Wunsch: Gott segne den König!

Nachmittags um drey Uhr waren sämmtliche Kinder, welche die teutschen Schulen des Waisenhauses besuchen, an Eilf hun­dert an der Zahl, versammlet. Sie wurden von den Aufsehern der Schulen Paarweife auf den großen Versammlungsaal ge­führt, und mit Musik empfangen. Viele kamen von ihren El­tern und Verwandten begleitet. Auch mischte sich ein großer Theil angeschener und patriotischer Einwohner der Stadt un­ter sie, um an diesem wahrhaften Bürgerfeste Theil zu nehmen. Gie sangen unter voller Musik folgendes Lied;

Mkl. Ich finge dir mit Hcrj und Mund..

V2,'r singen dir auS voller Brust, Du guter Gott, ein Lied. Der auf der Kinder fröhlich Chor Mir Wohlgefallen sieht.

Der Tag, den unsers Königs Huld Uns heute fenern laßt, Macht uns so dankbar und so froh Wie jüngst das Jubelfest.

Wir weih'n uns Ihm zu Lieb' und Treu! Noch steht Sein theures Bild Vor unser aller Auge da, E» väterlich und mild.