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te, ohnerachket des sehr heißen Tages, keine Beschwerden des hohen Treppensteigens scheute, und sich von dem Altan, oder der Plarreforme den ganzen Umfang aller Gebäude, und Die Bestimmung in das Einzelne bezeichnen ließ. O mein Freund! ich vermag Ihnen nicht die Empfindungen auszudrücken, welche mich an dieser Stelle ergriffen, als ich den Vater des Vaterlandes, gleich einem wohlthuenden SchuHgeist über den Stiftungen meines Eltervarerg schweben tah, unv in jeder Seiner zufriedenen Worte den Seegen, den Seine Negierung auch über sie verbreiten würde, schon im voraus ahndete. Er stand so einfach, so anspruchlos, und doch so edel vor uns; die rühmlichste Güte milderte so sehr Seinen itarürlichen Ernst, daß bald Ehrfurcht, bald Liebe, in dem Herzen des treuen Bürgers die^ herrschende Empfindung werden mußte.
Es war eine sehr große Belohnung sür meinen guten Eollegen O. Knapp und mich am Ende dieses unvergeßlichen Besuchs die Billigung aller getroffenen Einrichtungen, und das Wohlgefallen an dem ganzen Werk des Stifters aus dem Munde dieses gerechten Königs zu hören, »Wenn- alles,« sag- te E>, als Er uns verließ, »in dieser guten Ordnung bleibt, « was ich von Ihnen erwarte, so können Sie der baldigsten »Unterstützung sicher seyn.--
Wir lebten noch in den frohsten und dankbarsten Erinnerungen, als schon am i^ten Iul. einige Tage nach der Rückkunft des Königs nach Charlotkenburg folgendes Eabinets- Echreiben an mich einging:
Würdiger besonders lieber Getreuer. Damit die ärmern Zöglinge des Hallischeil WansenhouseS, die in dieser wohlthätigen Anstalt unentgeltlichen Unterhalt ganz, oder zum Theil erhalten, wie auch ihre Lehrer Meines Besuches sich erfreuen mögen, so wie mir die Kenntniß, dieser in ihrer Art einzigen Stiftung, für deren Erhaltung Ich bei jeder Gelegenheit möglichst sorgen werde, wahre Freude gemacht hak, befehle Ich Euch, ihnen auf meine Kosten, an einen, vbn Euch zu bestimmenden Tage, eine gute Mahlzeit geben zu lasten, und die Kosten vom geheimen Treforier Woltcr cinHuzie'hn. Ich bin Euer gnädiger König. Charlottenburg d. 11. Iul. 179g.
Friedrich Wilhelm.
Zwei Postkage später folgte auch die dazu bestimmte Summe von Hundert Friedrichsd'or nach.
Wir konnten über die Wahl des Tages nicht zweifelhast seyn. Der Tag, an welchem unser Monarch zum Seegen Seines Landes geboren ward, lag zu nahe. Wie er gefeiert ist, und welchen herrlichen AuSgang er genommen hat, will ich Ihnen mit denselben Worten sagen, womit wir, als Beilage zu unserm OanksagungS-Schreiben, Sr. Majestät selbst davon Bericht erstattet haben.