AnHerrn Lemke zuEbenezer.den 22 Dec. 1745.WohlEhrwürdiger
in dem HErrn hertzlich geliebter Bruder,
 
Da ich nun aus England vernommen habe, daß
//Sie// am verwichenen 10/21 Nov. von Gosport aus
wircklich in die See gegangen sind : so wün-
sche ich von Hertzen, daß der HErr Sie in seinen
Schutz nehmen und nicht nur, nebst den auf
dem Schiffe befindlichen Teutschen, glücklich in
America anlangen lassen; sondern auch Sie
insonderheit im Segen nach Ebenezer bringen
und so wohl dem Herrn Pastor Bolzio recht
tüchtig machen wolle, so wohl dem Herrn Pastor
Bolzius zum Trost und Hülfe zu gereichen
als auch der lieben Saltzburgischen Gemeine,
unter welcher manche sind, die es bereits
viel weiter in der Verleugnung und lebendigen
Erkenntniß Christi gebracht haben, nicht zum
Anstoß, sondern vielmehr zum Segen zu seyn.
Aus England habe zwar verschiedene Brie-
fe von Ihnen erhalten und hätte darauf auch
noch vor Ihrer Abreise einige Zeilen wieder an
Sie schreiben können, wo ich nicht all Zeit hätte //gäntzlich praesup-//
zweifeln müßen //poniret hätte//, ob //daß// selbige Sie nicht //mehr// in England an-
treffen würden : wie ich mich denn auch darauf
verlassen, daß der theure Herr HofPrediger
Ziegenhagen nach seinem von dem HErrn em-
pfangenen //Maß der// Weißheit, Sie mit heilsamen und
nöthigen Ermahnungen //gnugsam// versehen werde. Ich habe
also mit Fleiß gewartet, bis Sie wircklich England
verlassen, und will hier in diesem ersten nach
America an Sie abgehenden Briefe, meine ein-
zige Absicht dahin richten, daß Sie dem Wercke
des HErrn in Ihrem empfangenen Berufe
recht nützlich werden mögen. und wie der Herr HofPre-
diger

//1. Zu dem Ende// bitte denn zuvörderst alle väterliche Ermah-
nung, Bestrafung und Monita des Herrn HofPre-
digers tief in Ihr Hertz zu schreiben, sich dieselben