oft wieder aufs neue vorzustellen und sich dar-
nach zu prüfen, was Ihnen noch in deren Aus-
übung fehle?
2. haben Sie vorauszusetzen, daß Sie nicht so
wohl zu Ihrem Beruf genugsam praepariret
seyen und also nur blos an andern Selen zu arbei-
ten //hätten//; als daß Sie vielmehr nun erst recht anfan-
gen müssen, sich durch die Gnade Gottes darzu zu zu-
bereiten zu lassen : Wie Sie denn auch nicht in der
Absicht zu einem Gehülfen des lieben Herrn Pastor Bol-
zii erwählet worden, als habe man Sie bereits
zu diesem wichtigen Beruf, unter so vielen gegründe-
ten Christen in der Gemeine
der so viel wichtiger ist,
je mehr erfahrne und gegründete Christen in der Ge-
meine sind, schon, nach Ihrem jetzigen Beschaffenheit in //gegenwärtigen Statu//
praesenti, tüchtig genug seyen erfunden; sondern
weil man das Vertrauen gefaßt, Sie würden
//nachdem Ihnen Gott an Ihrer Sele
Barmhertzigkeit wiederfahren lassen//
bey der an Ihnen gefundenen Folgsamkeit, durch
//unter der// die treuen Anweisung des Herrn Pastors Bolzii und dem //bey//
eigenen Fleiß im Gebet, //in// Betrachtung Gottes Worts und
im Ernst //Wachsthum// des Christenthums, mit der Zeit immer mehr
suchen dahin zu kommen, daß Sie mit einigen //wahrem// Segen da
seyn möchten. Je mehr Sie nun //denn// Ihre Schwäche und
den Mangel der eigenen //eigener// Weißheit und Tüchtigkeit er-
kennen //werden//, je besser werden Sie zunehmen //ja Christi je mehr wird// Christus
Ihre Weißheit etc. werden und Sie so unter seine besonder
Aufsicht nehmen, daß Er
//nicht nur// alle Fehler nicht nur //nicht// mit sei-
nem Verdienst, sondern auch mit seiner besondern Aufsicht
also bedecken, daß sie dem Wercke Gottes nicht schaden.
//3. Habe ich Ihr Reise-Diarium von Gosport
aus über England Londen //nun auch// erhalten; wobey
ich einige Erinnerungen machen will, um Ih-
nen //theils// daran als an einem Exempel zu
zeigen theils was worauf man bey einem
solchen Aufsatz sein Augenmerck zu richten
und was man vor einen Fleiß daran zu
wenden, theils Sie auf die Erkenntniß
ein und andrer Schwäche zu führen, die ich hier
bereits sonst an Ihnen wahrgenommen und die mir
bey diesem Diario noch mehr offenbar geworden.//
a.) Hätte ich darinnen //im gedachten Diario überhaupt// mehr Armuth des Geistes
zu bemercken gewünschet : denn wenn man seine Schwäche
recht fühlet, so wird zeiget sich solches bald in einem
Aufsatz, den man mit einigem Fleiße macht zu der
Zeit