die Weise lang daran haben könten. Auf Verlangen des Herrn
Meyers habe einmal um den 5ten und folgende Theile der medici-
nisch- und Chirurgischen-Nachrichten des Dr. Sam. Schaarschmidts
an Herrn Diaconum Niemeyer geschrieben, ietzt habe die disfals ge-
thane Bitte wiederhohlen sollen; er würde es der Cassa bald mit ge-
bührendem Danck restituiren, was sie dorten kosten solten.
In der Rechnung der Liebes Gaben für EbenEzer habe unter denen Aus-
gaben gelesen, daß für mich an den Studiosum Althoff als ein an-
gegebenes Creditum 2 Reichstaler gezahlet worden seyn, ich kann mich zwar
dieser Schuld gar nicht erinnern, habe mich auch allezeit für Schulden
gefürchtet, weil aber doch eine Irrung kan geschehen seyn, wil ich
es der Cassa, wie billig, wiedergeben, welches auch um so viel eher
thun kan, da mich der gütige Gott in eben dieser Rechnung bedacht hat;
nicht zugedencken, daß es mir würde hart ankommen, den armen Gliedern
unser Gemeine etwas zu entziehen, denen ich viel lieber gebe, wenn es nur
in meinem Vermögen stehet. Euer Hochwürden habe ungern mit diesen
Dingen beschwehrt, habe aber in meiner Einfalt nicht für vergeblich gehalten
sie zu melden.
Es soll dismal etwas von den kleinen Anfang, den wir in Sammlung einiger naturalium
gemacht, weggeschickt werden, solte Euer Hochwürden unser geringe Bemühung ge-
fallen, und darin fortzufahren verlangen, so bitte um einige Nachricht, was unser
Zeit und Vermögen, so wenig ist, zuläst, wollen wir gern thun. Herr Meyer thut darin
noch so das Beste, sonst würden wir wol wenig zuwege bringen. Vieleicht könten
künfftig einige Kräuter insonderheit auch geschickt werden, wenns für gut befunden
würde. Es findet sich unter den geschickten Sachen ein Schächtlein mit dergleichen Dingen an Herrn v. Münch.
Schlüßlich melde nur noch, daß meine liebe Gehülffin, von welcher hertzlich grüßen
soll, derZeit ihrer Entbindung nahe kommt, braucht daher auch unser besondern Für-
bitte. Nebst meiner und der gantzen Gemeine demüthigen Empfehlung in Euer Hochwürden
fernere Liebe und Gewogenheit verharre in aller Hochachtung
Euer Hochwürden
zu Gehorsam er-
gebenster
H. H. Lemcke