Er hat aber keine Bitterkeit deswegen spüren lassen. Die Erklärung, die
er über Matth. IV über die Versuchung Christi vom Satan machte in seiner
erklärten Offenbahrung widerlegte ich, er schreibt Christus habe den Selbst-
willen überwunden. Ich sagte es ihm freymüthig, daß die Stelle so ver-
standen werden müste, wie sie da stündte. Hier antwortete er, ich urtheilte
wohl nach der Vernunft, aber nicht nach dem Verstande. Die Vernunft müste
gantz beiseite gelegt werden. Ein Unvernünftiger könnte eher zum Ver-
stand kommen, als ein Vernünftiger. Manches das er vorgieb hat einen
Sinn, wenn man ihn mündlich spricht, erklärt er sich deutlicher, als wenn er
[e]twas im Druck giebt. Er liebt aber besondere, und ihm gantz eigene Worte.
Im vorigen Jahr 94 besuchte ich ihn auf seiner gemietheten Plantasche 4 engli-
sche Meilen von Savannah. Hier war die Unterhaltung sehr trocken. Er
wollte wieder nach EbenEzer ziehen, seine Gemahlin, er lebt jetzt in der drit-
ten Ehe, hatte aber keinen Wohlgefallen daran. Sie ist ihm zu Gefallen auch
eine Quäckern geworden, vorher war sie ein sehr hochmüthige Lady in Süd-
carolina, sie predigt auch. Er sagte seine Absicht warum er nach Georgien
wieder zurückgekehrt wäre, sey: seine Zeugnisse auch in den südlichen Staa-
ten von Amerika abzulegen, da er sie in den nördlichen vollendet hätte.
Man könne ohne Neue Geburth ohnmöglich in Gottes Reich eingehen. Man müsse
aus dem Mannssamen in den Weibessamen eingehen, man müsse es nicht
mit dem reutenden Weibe halten, das sey Babel, man müsse mit dem heili-
gen Weibe flügen lernen. Man müsse auch von aller Creatürlichkeit sich los-
reisen. Ob ich ihn gleich sagte, daß man mit der Schrift reden müste, die
sey deutlich, so merkte ich doch endlich, daß er aus der Heiligen Schrift nicht so-
gar viel macht. Manche Leute in EbenEzer sagten, sie brauchten des Brahms Zeug-
nisse nicht. Sie hätten schon Zeugnisse genug in der Bibel; wenn er weiter nichts
wollte, so sollte er nur wegbleiben, sie kennten ihn schon aus den vorigen Zeiten.
Vom Bethen hält er nicht viel. Er sagte, er hätte sonst in Gewohnheit gehabt
halbe Stundten auf den Knien zu bethen, das hätte er hernach gelassen, der
Mensch suche etwas darinnen. Er berief sich auf manche Beispiele, die aber
nichts bewiesen. Ich sagte, der müste ein thörichter Mensch seyn, der mit sei-
nen elenden Gebeth etwas bey Gott verdienen wollte. Hier schwieg er stille.
er über Matth. IV über die Versuchung Christi vom Satan machte in seiner
erklärten Offenbahrung widerlegte ich, er schreibt Christus habe den Selbst-
willen überwunden. Ich sagte es ihm freymüthig, daß die Stelle so ver-
standen werden müste, wie sie da stündte. Hier antwortete er, ich urtheilte
wohl nach der Vernunft, aber nicht nach dem Verstande. Die Vernunft müste
gantz beiseite gelegt werden. Ein Unvernünftiger könnte eher zum Ver-
stand kommen, als ein Vernünftiger. Manches das er vorgieb hat einen
Sinn, wenn man ihn mündlich spricht, erklärt er sich deutlicher, als wenn er
[e]twas im Druck giebt. Er liebt aber besondere, und ihm gantz eigene Worte.
Im vorigen Jahr 94 besuchte ich ihn auf seiner gemietheten Plantasche 4 engli-
sche Meilen von Savannah. Hier war die Unterhaltung sehr trocken. Er
wollte wieder nach EbenEzer ziehen, seine Gemahlin, er lebt jetzt in der drit-
ten Ehe, hatte aber keinen Wohlgefallen daran. Sie ist ihm zu Gefallen auch
eine Quäckern geworden, vorher war sie ein sehr hochmüthige Lady in Süd-
carolina, sie predigt auch. Er sagte seine Absicht warum er nach Georgien
wieder zurückgekehrt wäre, sey: seine Zeugnisse auch in den südlichen Staa-
ten von Amerika abzulegen, da er sie in den nördlichen vollendet hätte.
Man könne ohne Neue Geburth ohnmöglich in Gottes Reich eingehen. Man müsse
aus dem Mannssamen in den Weibessamen eingehen, man müsse es nicht
mit dem reutenden Weibe halten, das sey Babel, man müsse mit dem heili-
gen Weibe flügen lernen. Man müsse auch von aller Creatürlichkeit sich los-
reisen. Ob ich ihn gleich sagte, daß man mit der Schrift reden müste, die
sey deutlich, so merkte ich doch endlich, daß er aus der Heiligen Schrift nicht so-
gar viel macht. Manche Leute in EbenEzer sagten, sie brauchten des Brahms Zeug-
nisse nicht. Sie hätten schon Zeugnisse genug in der Bibel; wenn er weiter nichts
wollte, so sollte er nur wegbleiben, sie kennten ihn schon aus den vorigen Zeiten.
Vom Bethen hält er nicht viel. Er sagte, er hätte sonst in Gewohnheit gehabt
halbe Stundten auf den Knien zu bethen, das hätte er hernach gelassen, der
Mensch suche etwas darinnen. Er berief sich auf manche Beispiele, die aber
nichts bewiesen. Ich sagte, der müste ein thörichter Mensch seyn, der mit sei-
nen elenden Gebeth etwas bey Gott verdienen wollte. Hier schwieg er stille.