der möglichsten Kürtze zu befleißigen haben, ob es sonst wohl
wenig Mühe machen möchte, dies und jenes umständlicher zu berichten.
Dero videtur über die schon eingeschickten Diaria bitten wir uns nochmahls
aus. Es wäre uns lieb, wenn wir einige Jüdischteutsche Bücher von
Herrn Prof. Callenberg bekommen könnten. Es finden sich hier Juden, die
in Eßen, Sabbathfeyer et cetera sich nicht nach den jüdischen Satzungen rich-
ten: es finden sich auch einige gar feine Gemüther unter ih-
nen. Mitkommendes Briefchen an meine Mutter wollen Euer Hoch-
Ehrwürden sicher bestellen laßen, weil ihr und mir viel daran
gelegen ist, daß sie von meiner Ankunfft in America und wie ich
mich befinde, einige Nachricht bekomme. Ich hätte gern Antwort
von ihr. Mein Herr Vetter, Müller, deßen Sohn im Waysenhause
die lateinische Schule frequentirt, wird begierig seyn von meinen
Umständen zuverläßige Nachricht zu haben: Weil ich nun ietzt k. Zeit habe
an ihn zu schreiben, so bitte Euer HochEhrwürden gehorsamst, gedachten
jungen Müller einige Punckte zu sagen, bey welcher Gelegenheit
ihm auch ohnmaßgebl. ein Wort der Ermahnung möchte gegeben
werden. Nun der Herr Jesus segne Euer HochEhrwürden, das liebe
Waysenhauß, alle lieben Väter und Kinder Gottes, denen allen ich nebst
meinen sehr lieben Collegen, der sehr hertzlich grüßet, einen er-
gebenen Gruß und Segens Wunsch zu vermelden bitte. Übrigens
verharre
Meines in unserm Erbarmer sehr theuren
Herrn Professoris
Savana in Georgia
den 23 Mertz st. v.
1734.
Zu Gebet und Dienst verbundenster
Joh. Martin Boltzius
Dem Herrn Rath Cellario bitten wir unsern erge-
bensten Gruß insonderheit zu vermelden: Wir haben
uns s. recht väterl. Vorsorge öffters erinnert. Die Fußstapfen göttl. Güte bitten wir uns aus.