es bey uns noch nicht in demjenigen Zustande stehet, darinnen
es stehen soll, u. würde sich jemand sehr betriegen, wenn Er ge-
dächte, daß wir uns mit der Einbildung schmeichelten, das Abend-
mahl des Herrn wäre nun bey uns im rechten Gebrauch, u.
von allem Mißbrauch gesäubert. Gar nicht also. Wir kön-
nen noch nicht anders als mit seuffzen darüber klagen,
u. bekennen, es müße noch viel anders zugehen, es müße
noch zu einem weit andern Gebrauche kommen, wenn es
der rechte Gebrauch seyn solle. Der Herr weiß, was auch un-
ser Hertz darunter leidet, u. wie wir auf alle Mittel u.
Wege bedacht sind, wie wir an unsern Theil, so viel an uns
ist, allen Mißbrauch aufheben mögen. Aber es gehören
zwei theile darzu, wenn der Mißbrauch des Abendmahls
soll recht abgethan werden: Lehrer u. Zuhörer. Wenn sie
auf beyden seiten nicht das ihrige thun, wie ist es denn
möglich, daß demselben abgeholffen werden könne? Drum
darff keiner daraus schließen, wenn Er zur Beicht und
Abendmahl gelaßen wird, daß wir ihn bloß um deßwil-
len vor einen Christen halten. Es kan seyn, daß einer,
der zum H. Abendmahl gehet, uns mit seiner Heucheley
hintergangen hat: Er habe aber solches sich selbst; denn