Vorwort.

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Was kann angenehmer seyn, als einen solchen Apo­stel auf seinem Wege zu begleiten, was erwccklicher und erhebender, als zu sehen, wie eifrig und 'mit welcher Hingebung und mit welchem Vertrauen er - seinem Be­rufe obliegt, und wie dieses Vertrauen auf Gott durch den göttlichen Segen und durch göttliche Freudigkeit, auch wenn der sichtbare Erfolg dem eifrigen Streben nicht zu entsprechen scheint, herrlich belohnt wird.

So glaubt der Herausgeber Vielen, die nach einer gesunden und kräftigen geistigen Nahrung verlangen, einen nicht unwillkommenen Dienst zu leisten, wenn er ihnen die Lebensbeschreibungen einiger vorzüglich achtbaren und merkwürdigen evangelischen Missionare aus der altern und neuern Zeit in einer Form darbietet, welche die rechte Mitte hält zwischen einer ausführlicher», sehr in das Einzelne gehenden Darstellung und einer nur in flüchtigen Umrissen und einzelnen Bruchstücken hingewor­fenen Skizze, um so mehr, da eben in unsern Tagen die Thätigkeit der Missionen zur Ausbreitung des Chri­stenthums in ein neues kräftigeres Leben getreten ist und, lebhafter auch als sonst, die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich gezogen und die thätige Theilnahme Vieler ge­weckt hat. Zunächst wird hier aus dem Leben zweier Männer das Hauptsachlichste mitgetheilt, die unter den evangelischen Missionaren der neuern Zeit entschieden durch . ihre Wirksamkeit, mehr noch durch ihre wahrhaft aposto­lische Gesinnung einen vorzüglichen Platz behaupten und als ein Vorbild jeglicher christlichen Tugend zu betrachten sind, vornehmlich der Demuth und Liebe, des festen, frommen Gottvertrauens, uneigennütziger und unverdrosse­ner Thätigkeit und des lebendigsten Eifers für die Ver­breitung des Christenthums, der kein Opfer und keine Beschwerde scheuet, wenn es gilt, verirrte und verlorene Seelen dem Heilande zuzuführen und der ewigen Selig­keit theilhaft zu machen.

Es sind zwei geistcs- und stammverwandte aus­gezeichnete Männer, die wir hier unsern Lesern vor Augen stellen und auf die wir ihre Aufmerksamkeit rich­ten möchten zuerst ein Deutscher Christian Friedrich Schwartz, und dann ein Engländer Henry Martyn, die in der zweiten Hälfte des vorigen