Auf ewig nun von Allem abgeschieden, was hier das Herz in süßer Wollust regt; getrennt von den Geliebten, die hieniesen vcrgcbnc Sehnsucht, langes Weh bewegt, schien matter Traum dem Todten nur beschieden, ohnmächt'gcs Ringe» nur ihm auferlegt. Gebrochen war die Woge des Genusses am Felsen des unendlichen Verdrusses.
Au Ende neigte die alte Welt sich; die Götter verschwanden mit ihrem Gefolge. Im Volk, das vor allen verachtet war, erschien mit nie gesehenem Angesicht die neue Welt — in der Armuth Hütte wurde der Sohn der Jungfrau geboren; einsam entfaltete das himmlische Her; sich zu einem Blüthenkelch allmächtiger Liebt, des Vaters hohem Antlitz zugewandt. Bald sammelten die kindlichsten Gemüther sich um ihn, von inniger Liebe wundersam ergriffen. Wie Blumen keimte ein neues Leben in seiner Nahe; unerschöpfliche Worte und der Botschaften fröhlichste sielen, wie Funken eines göttlichen Geistes, von seinen freundlichen Lippen. Bald ward sein Leben ein Opfer des tiefen menschlichen Verfalls; der unsäglichen Leiden dunkeln Kelch leerte sein Mund — in entsetzlicher Angst nahte die Gcburtsstunde der neuen Welt — entsiegelt ward das Geheimniß; himmlische Geister hoben den Stein vom Grabe."
Gehoben ist der Stein, die Menschheit ist erstanden! Wir Alle bleiben dein, und fühlen keine Banden.
Der herbste Kummer flicht vor deiner goldncn Schale, wenn Erd' und Himmel weicht, > beim letzten Abendmahle.
Nun weint an keinem Grabe vor Schmerz, wer liebend glaubt; der Liebe süße Habe wird keinem nun geraubt.
Getrost! das Leben schreitet zum ew'gcn Leben hin; von innrer Glut geweitet, verklart sich unser Sinn.