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Leben des Christen mit und in Gott, und suchten der Er­mahnung des Apostels zu genügen:Betet ohn' Un­terlaß!"

Sehr wahr und erwecklich sagt Clemens von Aleran» drien:Das Gebet ist Umgang mit Gott und Gott hört ohne Unterlaß Alles, was wir im Innern mit ihm reden." Und gewiß verdankten sie diesem unablässigen Gebet vornehmlich die große Freudigkeit, die Begeisterung, den Muth und die Kraft, wodurch sie Noth und Tod überwanden und selbst den Un­gläubigen ein Gegenstand der Bewunderung wurden. So war ihr ganzes Leben von dem Geiste der göttlichen Freude und des göttlichen Friedens durchdrungen, und hatte eine ganz andere und edlere Gestalt gewonnen. Sie waren wiedergeboren im höhern Sinne des Wortes, und der Tod hatte für sie so wenig Furchtbares, daß sie ihm vielmehr, selbst unter Martern, mit Freudigkeit entgegen­gingen und den Todestag der Märtyrer als den Ge­burtstag zum höhern Leben betrachteten und feier­ten. Nach dem Tode der Apostel und derer, die als Augen­zeugen und erste Sendboten den Heiland verkündigt und ihm in Asien, Afrika und Europa, schon im Laufe des ersten Jahrhunderts, von Spanien bis nach Indien, viele Gemeinen gegründet hatten setzten die Schüler jener Männer das göttliche Werk fort, befestigten die bereits ge­stifteten christlichen Gemeinen und fügten neue hinzu.

So wurden im 2ten Jahrhundert in Gallien durch Jrenäus und Pothinus die Kirchen zu Lyon und Vienne gegründet, und auch nach Britannien wurde von dort aus das Evangelium gebracht und fand daselbst Eingang. Und ungeachtet es auch in Gallien, wie in den übrigen Provinzen des römischen Reichs, mit mächtigen Feinden zu kämpfen hatte, die es gewaltsam zu unter­drücken sich bestrebten, und Pothinus selbst den Märtyrcrtod starb; bestanden doch die'meisten der ersten Bekenner die Feuerprobe und die gestifteten Gemeinen wurden dadurch nur noch mehr im Glauben befestigt.

Im dritten Jahrhundert drang im Norden das Christenthum bis zu den Sarmaten, und im Süden, vornehmlich durch Origcnes, bis nach Arabien. Auch in Deutschland bildeten sich, besonders durch die eifrigen