Bemühungen eines Clemens und Makernlta, ansehn­liche Christengemeinen zu Cöln, Trier und mehrern an­dern Orten. Einzelne von den Beherrschern des römischen Reichs waren wenigstens nicht feindselig, ja sogar der neuen Lehre scheinbar günstig gesinnt; aber doch war das Christen­thum immer nur blos geduldet, und noch in der zweiten Hälfte des dritten Jahrhunderts brach, nach einer langen Ruhe, unter dem Kaiser Decius, eine neue, ja eine der wüthendsten' Verfolgungen aus, die der Bischoff von Kar­thago, Cyprian, der selbst später den Märtvrertod starb, als eine göttliche Züchtigung des eingerissenen unchristlichen Wesens betrachtet. Wir sehen hieraus, wie schon damals Viele von der ersten strengen Zucht und von dem schmalen rechten Weg« abgewichen waren, und zugleich, wie jene Verfolgungen, so widerwärtig sie auch den Meisten er­schienen, doch ihr Gutes hatten. Die Spreu wurde da­durch von dem Weizen gesondert, ein größerer Ernst und Eiser geweckt, und die aufrichtigen und bewährten Beken- ner des Evangeliums hielten um fo fester zusammen, und die Feinde selbst mußten die unüberwindliche Gotteskcaft des ächten Christenthums mit Bewunderung anerkennen.

, Im vierten Jahrhundert trar mit Constantin dem Großen ein entscheidender Zeitpunkt für das Christenthum ein, hinsichtlich seiner öffentlichen Anerkennung als herr­schende Religion, zu welcher der Kaiser mit seinem ganzen Hofe sich bekannte. Schon früher waren die Ora­kel verstummt und die Hymnen, die man den Göttern sang, und die Opferflammen waren erloschen, die man in den Tempeln und überall auf den Altären ihnen zu Ehren angezündet hatte; aber nun erst war der Sieg, den daS Christenthum längst im Stillen über das Heidcnkhum da­vontragen, öffentlich und von dem Staatsoberhaupte selbst und den Gewaltigen und Vornehmen anerkannt. Da­durch konnte freilich die Wahrheit selbst nichts gewinnen; im Gegentheil wurde dadurch die Heuchelei befördert, und der äußere Glanz und Pomp, der von jetzt an die Kirche und ihre Diener mehr als sonst umgab, war keinesweges der ursprünglichen Einfachheit und Reinheit der Lehre und der Sitten vortheilhaft. Mit der Ueppigkeit, dn Pracht­liebe, dem Ehrgeize und dem Ucbermuthe nahm auch die Verfälschung und Entstellung der Lehre uberhand; so ent-