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frühsten gebildeten und edelsten, zuerst von allen Völkern beutscher Zunge, das Christenthum angenommen hatte.

Unter denen, welche um dieselbe Zeit mit gewaltiger Stimme und großer Beredtsamkeit das göttliche Wort predigten, verdient noch besonders Johannes Chrysostomus ge­nannt zu werden, der, als Bischoff von Konstantinopel, gleich seinem Vorgänger, Gregor von Nazianz, besonders dem Jrrlchrer Arius kräftig entgegentrat. Er sorgte auch dafür, daß Verkündigsr des Evangeliums zu den Hei­den gesendet würden, und war so zu seiner Zeit einer der eifrigsten Beförderer der Ausbreitung des Christenthums durch Missionare, auch dann noch, als er seiner Würde entsetzt und verbannt, selbst dem größten Ungemach und allen Gefahren ausgesetzt war. Mitten in der Noth rief er oft aus: Gelobt sey Gott für Alles! und als er, . von Ort zu Ort geschleppt, in der Verbannung starb, waren dies seine letzten Worte.

Auch im 5tcn Jahrhundert wurde, trotz den Stür­men der vielbewegten Zeit, wo die Völker, gleich empörten Wasserwogen, sich drängten, das Christenthum in seinem Lause nicht gehemmt; ja die Völkerwanderung diente selbst mit dazu, daß die neuen Ankömmlinge für dasselbe ge- tvonnen wurden. So lernten damals die Burgunder, die Sueven und Langobarden das Christenthum kennen, und ein großer Theil der Franken, die Gallien eingenommen hatten, ließ sich mit ihrem Könige Klod- tv i g taufen. Um dieselbe Zeit predigte auch Succathu s, oder mit seinem spatern Namen, Patrick, das Evangelium in Irland und wurde daher der Apostel der Jrlän- der genannt. Ja selbst in sehr entfernte Gegenden drang «den damals das Licht der göttlichen Wahrheit. Aus der malabarischen Küste wurde es durch den Syrer Mac-Thomas, den Bewohnern des Libanon durch Simon den Styliten verkündigt.

Im Lten Jahrhundert gewann das Christenthum auch in England, wohin es früher schon gebracht worden war, «ine größere Ausbreitung und Herrschaft. Edelbert, der König der Angelsachsen, ließ sich von Augustinus taufen, den der römische Bischoff, Gregor der Große, dahin geschickt hatte, und mit ihm Viele seiner Unter­thanen, und bis nach Schottland drang die Predigt