des Evangeliums. In Britannien, in Irland wurde damals ein Sitz des Christenthums gegründet, von wo aus später apostolische Männer, als Missionare, nach Deutschland gehen und unsern Vorsahren, die noch im Dunkel saßen, das Licht der Offenbarung bringen sollten. Das geschah bereits im 7ten Jahrhundert durch Kolum» ban und Kilian in Baiern und Franken, wahrend Gallus in der Schweiz, und Wille brord unter den Friesen predigte. Spater, in der ersten Hälfte des Lten Jahrhunderts, kam der Engländer Winfried, genannt Bonifacius, nach Friesland in Deutschland, wo er den Thüringern, Baiern, Hessen und Sachsen, ost mit der größten Lebensgefahr, daS Evangelium verkündigte. Er erhielt deshalb den herrlichen Weinamen des Wohlthaters, und nicht mit Unrecht hat man ihn den Apostel der Deutschen genannt. Er stiftete, selbst vom Papst zum Erzbischoss von Deutschland ernannt, mehrere Bisthümer, unter andern in Regensburg, Erfurt und Würzburg, und starb im Jahre 7ZS, als 70jährigcr Greis, in Fricsland den Märtyrertod. So wurde zu eben der Zeit, wo Muha» meds neue Lehre, mit ihrem verführerischen Reiz, im Morgenlande sich machtig erhob, und mit den Waffen in der Hand, die Religion des Friedens zu verdrängen drohte, in Gegenden des Abendlands, und im Norden von Europa, wo bisher das Christenthum noch keinen Eingang gefunden hatte, diesem eine sichere und bleibende Stätte gegründet, und auch am Jmaus wurde durch die Nestoriane» einiges Land gewonnen. Es war eine harte Prüfung für die, zum Theil schon sehr verdorbene und mit sich selbst zerfallene, Christenheit; aber auch zugleich eine Läuterung, wo das ächte Gold der Wahrheit im Feuer bewährt wurde, und durch die Gefahr wurden die treuen Bekenner des Evangeliums um so mehr angetrieben, fest zusammen zu halten, um den drohenden Angriff abzuwehren. —
Ein mächtiges Werkzeug in der Hand Gottes wm» der kräftige und gewaltige Mann, der in der 2ten Hälft? des sten Jahrhunderts der Beherrscher des Abendlandes wurde, Karl der Große. Löblich war sein Bestreben, das Christenthum nicht nur zu schützen gegen jeden Angriff von außen; sondern es auch im Innern seines weiten