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-Reiches allenthalben zu verbreiten und fester zu gründen, und durch Kirchen und Schulen auch auf die religiöse Bil­dung der ihm untergebenen Wölker zu wirken: nur daß er nicht immer der rechten Mittel sich bediente, und nament­lich bei der Bekehrung der Sachsen auf eine gewaltsame Weise verfuhr. Dennoch ist nicht zu laugnen, daß eben in jenen Zeiten, wo der Islam so Gefahr drohend dem Christenthum« entgegentrat, und schon jenseit der Pyrenäen in Europa einen festen Sitz gewonnen hatte, wahrend über­dies im morgenländischen Kaiserreiche die allgemeine Zer­rüttung immer größer wurde, ein Mann, wie Karl der Große, an der Spitze eines großen Reiches, eine mächtige Stütze für die abendlandische Christenheit war und so, durch die göttliche Vorsehung, ein Segen für dieselbe wurde.

Im' 9ten Jahrhundert, wahrend die wilden Sara­cenen und Normänncr Asien und Europa schreckten und verheerten, erweckte Gott einen Mann, der, als Missio­nar, unter den damals noch heidnischen Bewohnern des europäischen Nordens oder Skandinaviens sehr viel zur Ausbreitung des Christenthums wirkte. Er hieß Ansgarius, war zu Ansänge dieses Jahrhunderts in Frankreich geboren und weihte sich, im tiefen Gefühle der Nichtigkeit alles Irdischen, schon als Jüngling, ganz dem Dienste Gottes; er wurde Mönch und Lehrer zuKorvev, Und schon im 20sten Jahre Vorsteher der dortigen Klostcr- schule. Um dieselbe Zeit ließ sich der Dänenkönig Harald bei Jngclheim taufen und mußte dabei dem deutschen Kaiser, L u dw ig d e m F r o m m en, versprechen, das Chri­stenthum in seinem Lande einzuführen, wozu es eines tüch­tigen Mannes bedürfte. Ein solcher war Ansgar, der ihm empfohlen wurde, und der dem höhern Rufe freudig folgte. So ward dieser ausgezeichnete Mann der Apostel der Skandinavier, das gesegnete Rüstzeug zur Be­kehrung Vieler. Ihn begleitete einer der Klosterbrüder, sein treuer Freund Aubert. Zunächst predigten sie in Dänemark das Evangelium und gründeten auch ein Lehrer- und Missions-Seminar daselbst.' Später ging Ansgar auch nach Schweden, wo er unterwegs von Seeräubern überfallen und beraubt wurde, unter großen Mühseligkeiten aber doch sein Ziel erreichte. Und nicht um­sonst hatte er so vieles Ungemach ertragen er fand auch