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hier willige Herzen, welche die Botschaft vom Heiland mit Freuden annahmen, und der König selbst kam ihm freundlich entgegen. Später wurde Ansgar zum Bischoff von Hamburg ernannt, legte auch hier eine Missions- Schule an, und fuhr auch selbst fort, den benachbarten Heiden umher das Evangelium zu predigen. Auch daS Wischoffsamt zu Bremen wurde ihm übertragen; immer» fort aber sorgte er eben so eifrig für die zunächst seiner Obhut übergebenen ( emeine, als für die Entfernten, und ließ es sich besonders angelegen seyn, die noch im Heidenthums Versunkenen zu bekehren. Daneben baute er Klöster und Hospitäler, kaufte Gefangene los, suchte das harte Loos der Leibeigenen, die er nicht befreien konnte, wenigstens zu erleichtern und überhaupt menschliches Elend zu mildem, so viel er vermochte. Er selbst war ein Muster der größten Einfachheit und Enthaltsamkeit und starb im Jahre 865.
Rembert, sein würdiger Nachfolger im Bischoffs- amt, verkündigte den Brandenburgern das Evangelium, und um dieselbe Zeit kamen Cvrillus und Mc- thodius von Konstantinopel als Missionare zu den Bul» garen am Ausfluß der Donau, deren König Bogoris sich dieselben erbeten hatte. Dasselbe geschah von den Dal- matiern, die, so wie die Bewohner Mährens und benachbarter Länder, durch jene Männer damals bekehrt wurden, auch der Fürst der Böhmen ließ sich taufen und bald folgten ihm seine Unterthanen. Muß man auch zugeben, daß diese Bekehrungen, wo der Fürst voran ging, nicht immer bei den Einzelnen eine Wirkung inniger Ueberzeugung und lebendigen Glaubens waren; sind eben daher Manche später wieder abtrünnig geworden, wenn eine andere Wendung der Dinge eintrat; so ist doch gewiß anzunehmen, daß Viele wirklich von dem göttlichen Geiste deS Evangeliums ergriffen und umgewandelt wurden, zumal, wo Männer es verkündigten, wie Ansgar und die ihm ähnlich waren, die selbst durch ihr Leben, durch ihre bloß» Erscheinung auch den roheren Menschen Ehrfurcht einflößten und ihre wilden Sinne zähmten.
Im folgenden Jahrhunderte war Kaiser Ottol. bemüht, die noch mitten in Deutschland zahlreich lebenden heidnischen Slaven, namentlich die an der Elbe, Saals und Oder wohnenden Wenden zu bekehren, und er-