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Christenthum entsprungen seyn; so sollte doch dieses nicht mit den Waffen in der Hand verbreitet werden. Au läug- nen ist aber nicht, daß unter der Leitung der göttlichen Vorsehung auch durch die Kreuzzüge manches Gute bewirkt, und auch das geoffenbarte göttliche Wort weiter verbreitet worden ist. Uedrigens bietet diese Zeit hinsichtlich des Zu­standes des Christenthums in Europa im Allgemeinen ein trauriges Bild dar. Mit der Hierarchie nahm das Un­wesen des Mönchthums immer mehr überHand und man wich immer mehr von der ursprünglichen reinen und einfachen Lehre ab. So konnte es auch nicht anders seyn, als daß man sich entweder gar nicht um die Bekehrung der Heiden kümmerte, oder diese auf eine verkehrte und wenig fruchtende Weise betrieb. Zwar wurden in Polen und Preußen, in Mecklenburg und an der Weser durch Missionen mehrere Versuche gemacht, das Volk für den christlichen Glauben zu gewinnen; denn entweder waren jene Menschen zu roh und wild, um für die neue Lehre empfänglich zu seyn; oder man schlug vielmehr dabei nicht den rechten Weg ein; kurz es wurde wenig ausgerichtet, und mehrere der ausgesandten Evangelisten wurden sogar ein Opfer der Volkswulh. Doch gelang es im zwölften Jahrhundert, Pommern fast ganz und auf immer für das Christenthum zu gewinnen, wobei vorzüglich der Bi­schofs Otto von Bambcrg sehr thätig war, durch den der Fürst jenes Landes bewogen wurde, mit seinem ganzen Hose sich taufen zu lassen. Auch die benachbarte Insel Rügen wurde um dieselbe Zeit durch die Missionare, die mit dem Dänenkönige Woldemar dahin kamen, zum Christenthume bekehrt. Als einer der ausgezeichnetsten jener Männer, welche diese Bekehrung bewirkten, wird der Bi­schofs von Lund, Absalom, genannt. Vorzüglich aber müssen wir hier eines seiner Amtsbrüder gedenken, des Erz« bischosss von Upsala, Heinrich, der das Hauplwerkzeug bei der Bekehrung der Finnländer war, und deshalb den Beinamen eines Apostels der Finnländer er­hielt. Er starb auch, wie die Apostel, den Märtyrer-Tod. Was oben über das verkehrte und ganz unchristliche Be­nehmen bei der Ausbreitung des Christenthums bemerkt wurde, wodurch man damals gerade das Gegentheil von dem bewirkte, was beabsichtigt wurde und geschehen sollte

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