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wollen hoffen, daß es wenigstens bei Einigen geschehen sei, und wirklich war ein fthr zweckmäßiges Mittel dazu die Uebersetzung der Psalmen und der heiligen Schriften des neuen Bundes in das Tatarische, welche der papstliche Legat, Johannes » niontv <?oiviiw besorgte, deren Ver­breitung unter jenem Volke gewiß nicht ohne Segen ge­blieben ist, wenn auch die Wirkung des göttlichen Wortes nicht sofort ins Auge siel. Es war gewiß der rechte Weg, den auch j.etzt die Missionsgesellschaften gehen, den zur Be­kehrung der Heiden und Muhamedaner ausgesendeten Boten, wo möglich, die heilige Schrift in der Sprache der Völker, zu denen sie gehen sollten, mitzugeben, und so durch das Lesen des göttlichen Wortes die Herzen für die Wahrheit zu gewinnen.

Mit Betrübniß sehen wir in dem folgenden Jahr­hundert den Wütherich Tamerlan mit feinen rohen, blut- und habgierigen Schaaren sich gleich einem reißenden, verheerenden Waldstrom über Europa verbreiten und das Christenthum mit Feuer und Schwert verfolgen.

Was dagegen für dasselbe gewonnen wurde, kann eben nicht erfreulich fenn; denn so sehr auch das Bestreben, das in alle Welt zerstreute heimathlose jüdische Volk dem Heiland und dem Vaterhause zuzuführen und so ihm eine neue Heimalh zu bereiten, zu billigen und zu rühmen ist, wenn es, wie zu unsrer Zeit, auf die rechte Weise be» trieben wird; so kann man doch unmöglich die gewaltsamen, ja grausamen Mittel gut heißen, die man damals anwen­dete, um die Juden zu bekehren. Ueberhaupt war leider mit dem Christenthums, das man den Menschen aufdrang, so viel Unreines vermischt, und es war dadurch so entstellt worden, daß man, in gewissem Betracht, sagen konnte, den Heiden werde statt ihrer Abgötterei nur eine andere Art von Götzendienst überliefert: dennoch muß man be­kennen, daß auch in dieser entstellten Form ein Samen­korn der göttlichen Wahrheit verborgen blieb, das in den Seelen der Bekehrten, oft ihnen selbst anfangs unbemerkt zu ihrer Erleuchtung und Veredlung fortwirkte und später noch gesegnete Früchte brachte. So wirkte auch die Er­richtung von Hochschulen und andern Unterrichtsanstallen, im Gefolge jener Bekehrungen, bei allem Unächten und Unreinen, was damit verbunden war, doch im Allgemeinen