wohlthätig auf die geistige Bildung der Völker und nährte die Flamme , die später Heller hervorbrechen und die Dunkelheit erleuchten sollte. —
Wir nähern uns der Zeit, wo eine heilige Begeisterung für das göttliche Wort die Gemüther ergreifen und unter heftigen Stürmen und Kämpfen aus der alten Nacht ein neuer Heller Tag hervorgehen und Europa mit seinem Lichte weithin überstrahlen sollte.
Zugleich wurde dem Christenthums durch die Entdeckung der ncuen W elt ein neues unübersehlich weites Feld geöffnet, wo schon viel guter Same ausgestreut worden ist, der hundertfältige Frucht getragen hat. War doch eben dies, daß die in der Finsterniß des Heidcnlhuins lebenden Bewohner jener unbekannten Länder für den Himmel gewonnen werden sollten-, ein Hauptbeweggrund für Manche, auf ihre Eroberung abzugehen, wenn gleich die Begierde nach Gold und Ruhm und Herrschaft die Meisten dahin trieb, und selbst die ersten Bekehrer nicht den rechten Weg einschlugen. Sie wollten auch mit dem Schwerte in der Hand das im Sturme erzwingen, was nur allmählig mit Liebe und Freundlichkeit gewonnen wird, und wahrlich konnt« das Evangelium nicht als eine Botschaft des Friedens und der Liebe erscheinen in dem Munde wilder und übermüthiger Erobeter, die sich weit begieriger zeigten nach den vergänglichen Schätzen der Völker, als nach dem ewigen Heil ihrer Seelen.
Auch die Auswanderung vieler gelehrten Griechen nach Italien im fünfzehnten Jahrhundert brachte eine nicht geringe geistige Bewegung hervor und hatte einen nicht unbedeutenden Einfluß auf die geistige Bildung, wenn gleich das, was etwa dadurch für das Christenthum gewonnen werden mochte, kaum in Anschlag zu bringen seyn dürste gegen die Eroberung der Hauptstadt des griechischen Kaiserreichs und die damit zusammenhängende Besetzung der griechischen Provinzen durch die Osmanen. Doch ist es eine nicht zu übersehende, erfreuliche Thatsache, daß die Griechen, trotz dem Jahrhunderte lang auf ihnen lastenden Drucke ihrer Zwingherrcn, den sie durch Annahme des Islam sich erleichtern konnten, im Ganzen dem Glauben ihrer Väter treu geblieben sind, wenn gleich ihr Christenthum gar sehr von der alten ein-