— 2S —
fachen Gestalt abwich, in der es zuerst in jenen Landern
von den Aposteln des Herrn verkündigt wurde. In Spanien gewann dasselbe durch die völlige Vertreibung der Saracenen durch Ferdinand den Katholischen um dieselbe Zeit, wo die neue W^lt entdeckt wurde, ebenfalls mehr Boden, und sogar in Afrika, wo durch die portugiesischen Eroberer das Reich Kongo, freilich auch mit Hülfe des Schwertes, zu einem, wenigstens dem Namen nach, christlichen gemacht wurde.
Von der größten Bedeutung aber hinsichtlich der Verbreitung und Befestigung des reinern christlichen Glaubens ist die Erfindung der Buchdruckerkunst in demselben Jahrhundert, die, von D e u t sch l a n d ausgegangen, bald ihren mächtigen und wohlthätigen Einfluß, besonders durch die schnelle Verbreitung der heiligen Schrift und so manches kraftigen Wortes, welches die Geister aufregte und erleuchtete, vielfach und in die Augen fallend bewährte.
Wir erkennen auch hier daS Walten der göttlichen Vorsehung, wenn irgendwo in der Weltgeschichte, wie in den Schicksalen der einzelnen Menschen. Denn bald sollte der Mann auftreten, den man ja wohl im höchsten Sinne des Wortes selbst einen Missionar nennen kann, der als ein auserwähltes Rüstzeug Gottes, das Evangelium von Neuem den Menschen verkündigen und das geoffenbarte göttliche Wort seinem Volke zunächst, und dann auch aller Welt in der Muttersprache überliefern sollte. Wie gewaltig hat Luther, mit Gottes Kraft, durch seine Bibelübersetzung und durch seine tausendfältig schnell über ganz Deutschland und weiter hinaus verbreiteten Flugschriften zur Erkenntniß der Wahrheit und zur Befestigung des lebendigen Glaubens gewirkt, damals, als machtige Irrthümer die Völker bethörtcn und das göttliche Wort der großen Menge entzogen, ja fast vergessen war.
Und durch die von Luther und seinen Genossen bewirkte Reformation wurde ja auch das M i ssi o n s we se n neu gestaltet. Ein besserer Geist beseelte die von der evangelischen Kirche ausgesendeten Boten des Heiles und die zu diesem Zweck gegründeten Bildimgsanstalten. Ihnen verdanken wir die zahlreichen Heidcnbekehrer, die jenen apostolischen Männern der frühern Jahrhunderte, ja den Aposteln selbst gleichen, und die, ausgesendet unter alle