— 27 —
löten Jahrhunderts sich in der neuen Welt niederließen, kam' gewiß die reinere Lehre der Protestanten und die Quelle, woraus sie geschöpft war, dort hin, wenn man auch jene Männer nicht im eigentlichen Sinne des Wortes Missionare nennen möchte, in so fern sie nicht eben die bestimmte Absicht hatten, noch dazu ausgesendet waren, das Evangelium den Heiden zu verkündigen. Kann es doch wohl seyn, daß mancher fromme Auswanderer mehr gewirkt hat zur Bekehrung Einzelner, als der und jener eigentlich sogenannte Missionar, und daß er ein gesegnetes Werkzeug des Heils in der Hand Gottes gewesen ist, wenn auch sein Name nicht genannt wird.
Doch erst im folgenden Jahrhundert erwachte in der evangelischen Kirche ein lebhafterer Eifer, durch Missionen die Ausbreitung des Christenthums zu befördern, vorzüglich in England, wo diese Angelegenheit zuerst, im I. 1047, durch eine P a rla men ts-Act e zu einer öffentlichen Sache gemacht wurde.
Wohl mußte der rege Bekehrungs-Eifer der römisch - katholischen Kirche die Protestanten zur Nacheifsrung erwecken, wenn man gleich wohl bemerkte, daß es nicht der rechte Eiser, nicht der gute Geist der christlichen Liebe war, der jenes oben erwähnte Collegium lle pi-opnAaixI.T L«Ie im I. 1022 zu Rom gestiftet hatte, in welchem 13 Kardinäle saßen. In der That war diese Anstalt auf eine umfassende und großartige Weise angelegt. In alle Welttheile sollten Missionare gesendet und für Alles, was zum äußern Gottesdienste und zum Unterrichte gehört, gehörig gesorgt werden. Auch Druckereien wurden angelegt; nur daß man eben nicht darauf bedacht war, die heilige Schrift selbst dadurch unter den Wölkern zu verbreiten. Man meinte genug gethan zu haben, wenn man die Armen nur einige unverstandene Formeln nachsprechen gelehrt hatte, und wenn erzählt wird, daß man die Menschen in Masse getauft habe; so widerspricht es wenigstens nicht dem Bestreben vieler damaligen katholischen Missionare,,nur recht zahlreicher Schaaren von Bekehrten sich rühmen zu können, gleich viel, auf welche Weise sie dazu gebracht worden.
Auch in Frankreich wurden Eongregationen und Seminare fürMissionen insAusland, unter der Leitung des Papstes gegründet, die eS nicht an Thatig-