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keit, aber eben auch mehr für selbstsüchtige und irdische, als für rein christliche Zwecke, fehlen ließen. So entstand damals die jesuitische Herrschaft in der südamerika­nischen Landschaft Paraguay. In gleichem Geiste betrieb der Jesuit de Nobili in Indien das Missionsgeschäft, der, um nur recht viele Namen-Christen zu gewinnen, auf eine unverantwortliche Weise den heidnischen Götzen­dienst mit dem Christenthums vermischte und selbst die Rolle eines Braminen spielte. Der verderbliche Grund­satz, daß der gute Zweck die schlechten Mittel heilige, scheint manchen jener Bekehrer geleitet zu haben; Andere, ja wohl die Meisten, hatten nicht einmal einen guten Zweck, son­dern dienten blos der Herrsch- und Ruhmbegierde, zum Theil auch der Habsucht. Muß man auch zugestehen, daß hier und da die Loyoliten für geistige wissenschaft­liche Bildung mit Erfolg thätig gewesen sind, z. B. in China und Japan, wo sie eben deshalb, wie es scheint, von den Landesfürstcn begünstigt wurden, und mögen auch Einzelne unter ihnen von einem bessern Geiste beseelt gewesen seyn; so kann man sie im Allgemeinen doch nicht als Missionare im apostolischen Sinne anerkennen, und darf sich nicht wundern, wenn das durch sie in jenen Ländern gegründete unächte Christenthum wenig Segen brachte und nicht bestand. Die Anklage, welche den Un­tergang desselben in Japan zur Folge hatte, daß die Mis­sionare Antheil an Hochverrätherischen Umtrieben hätten, mag wohl nicht ohne Grund gewesen seyn. Auch in Siam, Cochinchina und Tunquin wußten sich die schlauen Brüder ziemlich lange, bis gegen das Ende des siebenzchn- ten Jahrhunderts, zu behaupten.

Auf der großen Insel C eylon hatten die ersten euro­paischen Eroberer, die Portugiesen, auf ähnliche Weise, wie die Spanier in Amerika, mit dem Schwerte das Be- kchrungswerk getrieben. Ais später die protestantischen Hol­länder sich dort festsetzten, suchten sie daselbst, wie aus Formosa und der malab arischen Küste durch Mis­sionare ein reineres Christenthum zu verbreiten. >vie baucten Kirchen und Schulen und drangen, anstatt der von den katholischen Priestern empfohlenen eitlen Werkheiligkeit, mehr auf fromme Gesinnung. Aber in der Folge verlor sich dieser ächtchristliche Geist. Zwar ließen sich eine Menge