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machten sie doch durch ihr schlechtes Beispiel die Ermah­nungen der Missionare und Lehrer oft unwirksam.

Merkwürdig ist vorzüglich auch, was Schwach von seiner Audienz bei dem Rajah von Tanjore und von seiner Unter­redung mit diesem Fürsten erzahlt. Sie machte einen so günstigen Eindruck auf Jenen, daß er spater immer ein be­sonderes Wohlwollen gegen den ehrwürdigen Schwartz und ein großes Zutrauen zu ihm äußerte, was nicht ohne günsti­gen Einfluß auf dessen Wirksamkeit war und insofern be­sonders hier zu erwähnen ist.

Daß der Rajah nicht ohne Sinn für die Erkenntniß der Wahrheit war, beweist schon die Frage, welche er an den Missionar richtete: auf welchem Wege der Mensch zur Erkenntniß Gottes gelangen könne. Schwartz wies zunächst auf die Schöpfung hin, durch welche sich Gott, der Un­sichtbare, den Menschen geoffenbart, und fügte hinzu, daß das Wort Gottes, in Uebereinstimmung mit der Natur, mit noch größerer Klarheit den Menschen lehre, was ihm zur Seligkeit nothwendig sei. Wenn es dem Könige gefällt, fuhr er fort, so will ich die hauptsächlichsten Lehren dieses göttlichen Wortes kurz auseinander setzen. Der Najah winkte Beifall, und nun begann Schwartz mit beredter Stimme die großen Eigenschaften Gottes zu verkündigen, und setzte hinzu, daß die Verehrung des lebendigen Gottes nicht bestehen könne mit der Anbetung nichtiger Götzen. Der Rajah nahm diese Freimüthigkeit nicht übel auf, sondern rief vielmehr lächelnd laut aus: Dieser Mann spricht gerade­zu heraus ! Dann fuhr Schwartz fort, auf das ti-se Verderben der Menschen aufmerksam zu machen und zeigte den durch Jesum Christum, den Heiland der Sünder, geöffneten Weg zur Seligkeit und die große Bereitwilligkeit des himm­lischen Vaters, die Sünder, welche zu ihm zurückkehren, wieder aufzunehmen, indem er das Gleichniß vom Verlornen .Sohne erzählte, was er immer mit besonderer Bewegung bei solchen Gelegenheiten zu thun pflegte. Als hierauf einige Erfrischungen gebracht und angeboten wurden, bemerkte Schwartz, daß es die Gewohnheit der Christen sei, ehe sie etwas genössen, Gott für seine Güte zu danken und um seine Gnade zu bitten, und als er aufgefordert wurde, ein Gebet zu sprechen, that er dieß sofort mit freudiger und lauter Stimme, auch sang er, da der Rajah es zu hören

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