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wünschte, einige Strophen des Liedes: Mein Gott, das Herze bring' ich Dir — was einer seiner mitanwesenden College» sofort in die Landessprache übersetzte. Der Fürst nahm Alles mit dem größten Wohlgefallen auf, und lud ihn zur Tafel in seinen Palast ein, und es ist aus seinem nachherigen Benehmen sichtbar, daß das, was Schwach damals gesprochen hatte, so wie seine ganze Erscheinung, nicht ohne wohlthatige Wirkung auf sein Gemüth geblieben war. Vielleicht würde er mehr für die Verbreitung des Christenthums unter seinem Volke gethan haben, wie man aus manchen Aeußerungen schließen möchte, wenn er nicht so sehr in der Gewalt der Vramincn gewesen wäre, die dieß auf alle Weise zu verhindern suchten, und wenn er entschlossen genug gewesen wäre, dieser Gewalt zu trotzen, was freilich nichts Leichtes seyn mochte. — Doch legte diese Ausammenkunst den Grund zur bleibenden Niederlassung und freundlichen Aufnahme des Missionar Schwach in jenem Lande und war besonders insofern wichtig für ihn und für die Förderung des Werkes, zu dessen Betreibung er nach Ostindien gekommen war.
Wie gut er immer jede Gelegenheit zu benutzen wußte, die Wahrheit zu sagen, und wie einfach und treffend er sie zu sagen wußte, davon ließen sich viele Beispiele anführen. — Hier nur eins von vielen: Der Sohn des Nabob, ein reicher junger Mann, begegnete ihm einst mit seinem Priester und forderte den Missionar auf, eine Frage an diesen zu richten. Die wichtigste Frage, erwiederte Schwartz, ist die: Wie können ;wir frei werden von der Sünde, von ihrer Herrschast sowohl, als von ihrer Strafe? Der junge Mann war mit der Antwort bereit: Gieb den Zorn, den Neid , die Wollust aus und dann wirst du rein seyn. Aber du forderst ja das Leben von dem Tode, erwiederte Schwartz; — sprich einmal zu einem Todten: stehe auf und wandle! und siehe, ob er dir gehorcht. Der Andere versetzte: Was wir nicht absichtlich thun, wird uns auch nicht als Sünde angerechnet. Ihr scheidet die Heiligkeit Gottes von seiner Liebe, entgegncte S. Unstreitig ist Gott bereit, dem Menschen die Sünden zu vergeben; aber dieß will Er auf einem Wege thun, wodurch seine Heiligkeit nicht verdunkelt wird, nämlich durch Jesum Christum. Das ist gewiß, bemerkte Jener, wir müssen ein solches Vertrauen zu Gott haben, daß wir ihn zugleich fürchten.