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dem Ziele des irdischen Lebens kam, je mehr war er darauf bedacht, nicht einen ihm vergönnten Augenblick zu verlieren; aber immer freudig und getrost zugleich sah er, im lebendigen Glauben an den Heiland, dem Ende entgegen. Ich stehe an den Pforten der Ewigkeit (schreibt er an einen Freund). Ach, wann werde ich Gott sehen und Ihn ewig preisen! Wann werde ich vollkommen weise, heilig und selig geworden seyn! Wann werde ich Ihm ewig leben! —
Noch in den letzten Tagen seines Lebens war er unaufhörlich beschäftigt, soviel seine Kräfte vermochten, besonders die Jugend und ihre Lehrer zu unterrichten und zum Guten zu ermähnen. Er setzte für die, welche er zu künftigen Volkslehrern bestimmt und gebildet hatte, noch eins Erklärung der Hauptlehren des Christenthums auf und machte Auszüge für sie aus erbaulichen Büchern.
Oft besuchte er die Glieder seiner Gemeine, und wie ein Vater wurde er von Allen aufgenommen. Eine Freude war es, zu sehen, wie die Kinder dem ehrwürdigen Greise entgegeneilten und wie er sich zu ihnen herabzulassen und auf das Freundlichste und Einnehmendste sie zu belehren wußte.
Er litt in der letzten Zeit öfters bedeutende Schmerzen; aber nie vernahm man von ihm ein ungeduldiges Wort-— sein Gemüth war immer ruhig und heiter; und als er seine Wohnung nicht mehr verlassen konnte, ließ er die Schulkinder und Andere, welche gewöhnlich den Betstunden beiwohnten, sich in seinem Gemach versammeln, wo er nach dem Gesänge einiger Liederverse ihnen einen Abschnitt de» heiligen Schrift erklärte und mit einem inbrünstigen Gebete schloß. Besuchten ihn Heiden, was nicht selten geschah (denn Alle achteten ihn, auch die sich nicht zum Ehristen- thume öffentlich bekennen mochten), so sagte er jedesmal beim Abschiede ein erweckliches Wort zu ihnen, und als der Erbprinz des Fürsten von Tanjore zu ihm kam, über den ihn die Königin zum Oberaufseher gesetzt hatte; so ermahnt« er ihn aufs Beweglichste, sich ja nicht der Liebe zu eitlem Glänze hinzugeben, und gegen die Christen in seinem Gebiet sich als Vater zu betragen, vor Allen aber auf unparteiische Rechtspflege zu halten, und zum Schluß sprach e» noch seinen innigen Wunsch aus, daß er doch dem Götzendienst entsagen und dem allein wahren Gott sich zuwenden