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mochte. Er sey Ihnen gnädig und gebe Ihnen Lust und Kraft dazu! rief er aus, und schloß mit der Ermahnung, das ewige Heil seiner unsterblichen Seele doch ja nicht aus den Augen zu verlieren.
Wahrend seiner letzten Krankheit brachte er die meiste Zeit, wo er sich im wachenden Zustande befand, mit Unterredungen über die Verheißungen Gottes in Christo, mit dem Gesänge erbaulicher Lieder und mit inbrünstigem Gebete zu. Mit besonderem Nachdrucke wiederholte er solche Stellen, welche die Zuversicht der Gläubigen auf die Liebe Gottes in Jesu Christo ausdrücken.
Als der Arzt den Tag vor seinem Tode ihn besuchte und der Leidende äußerte: Im Himmel giebt es keine Schmerzen mehr — erwiederte jener: Ja! aber wir müssen Sie hier zu behalten suchen, so lange wir nur können. — Da sagte der Sterbende mit großer Rührung: Ach! lieb-er Doctor, wir wollen doch dafür sorgen, daß wir dort, dort nicht fehlen! was den tiefsten Eindruck auf alle Anwesenden machte.
Der 13. Februar 1798 war sein Todestag. Die Prediger seiner Gemeine waren um sein Lager versammelt — sie sangen und beteten laut, woran er mit sichtbarer Empfindung und freudiger Andacht Theil nahm. Dann betete er selbst allein und brach in die Worte aus: „O Herr! bis Hieher hast du mich erhalten, bis Hieher mich gebracht und mir unaussprechliche Wohlthaten erwiesen — thue jetzt, was dir wohlgefallt. Ich übergebe meinen Geist in deine Hände; reinige und schmücke Ihn mit der Gerechtigkeit meines Erlösers und nimm mich auf in die Arme deiner väterlichen Liebe und Barmherzigkeit!" Bald darauf neigte er sein Haupt, schloß die Augen und verschied ohne das geringste Zeichen von Schmerz. Deutlich war auf dem Gesichte dcS Entschlafenen der Friede Gottes zu schauen, der in seinem Herzen gewohnt und ihn schon hier beseligt hatte, und Alle, die ihn sahen, hatten nur einen Wunsch, nur ein Gebet: Möge unser Ende seyn, wie das Ende dieses Gerechten! —
Dem Leichenzuge folgte eine unübersehliche Menge Armer, die mit lautem Wehklagen die Luft erfüllten, und der Fürst