mung durchaus nicht als etwas ansehen, das im Geringsten von dem, was dem äußern Menschen begegnen kann, abHange; sondern als etwas, das gänzlich in dem Befolgen des göttlichen Willens besteht. Noch mehr wurde er in dieser Gesinnung befestigt, als ein Wunsch seines Herzens vereitelt wurde, den zu befriedigen, er für seine Pflicht gehalten hatte. Auf den Rath hochgeachteter Freunde, nämlich sich eine Lebensgefährtin zu wählen, hatte er einer sehr achtbaren und ihm sehr theuern Jungfrau in seinem Vaterlande, an die er immer ein liebevolles 'Andenken bewahrt hatte, den Antrag zu einer ehelichen Verbindung gemacht, Dieser Antrag wurde aber abgelehnt; und so schmerzlich ihm dies war, so ertrug er es doch mit stiller Ergebung. „Der Herr wird es heiligen," schreibt er in seinem Tagebuche, wo er dieser Vereitelung seines innigen Wunsches gedenkt, „und, da mir nun auch dieser letzte Herzenswunsch versagt worden ist, so soll ich eben auf immer mich von der Welt wenden und hinfort im Vergessen aller Dinge, Gott ausgenommen, leben. Bei dir, o Gott, schlägt keine Hoffnung fehl, und nie werde ich zu klagen haben, daß ich dich zu sehr geliebt. Du hast gesagt: Habe deine Lust am Herrn! Der wird dir geben, was dein Herz wünscht. — Ach wie verloren ist doch jede Stunde — setzte er hinzu — die nicht in der Liebe und Betrachtung Gottes, meines Gottes, verlebt ist. Sende mir doch dein Licht und deine Wahrheit, aus daß ich stets aufrichtig und voll Liebe dir zugewendet.leben möge. Sündensrei zu leben, das kann ich in dieser Welt nicht erwarten; aber der Wunsch nach einem solchen Leben, der könnte mir doch zur ununterbrochenen Gewohnheit werden." Daß er dieses brünstige Verlangen nicht immer in gleicher Stärke empfand, daß er nicht so viel für das Reich Gottes wirkte, nicht so rasch dem hohen Ziele der Vollendung zuschritt, als er selbst es wünschte, und daß er noch so oft die Schwäche und das Hemmende der irdischen Natur, und des in seinem Fleische wohnenden Bösen fühlte — das war es, was ihn so oft tief betrübte und eine gewisse Schwermuth in ihm erzeugte, die sich in seinem Tagebuche so rührend ausspricht und die, so lange er hienicdcn lebte, ihn nie ganz verließ. Ja er fand sogar, wie er selbst sagt, in dem Gedanken, daß er zum Leiden und zur Trübsal geboren sey, eine We-