irgendwo, in Erfüllung zu gehen. „Hier — bemerkt Martvn in seinem Tagebuche — landete einst der Mann Gottes, gerettet aus der Fluch, in einer neuen Welt; so möge auch ich in Christo die wilden Lebensstürmc durchschiffen und endlich auf einem von den ewigen Bergen landen dürfen! — Sein Gebet sollte eher erhört werden, als er wohl selbst in diesem Augenblicke, wo er sich gesünder und munterer als gewöhnlich fühlte, ahnete. Der anmuthige Weg währte indeß nicht lange; sie verirrten sich bei Einbruch der Nacht und gcriethen in tiefe Schluchten, wo die Pierde bis an den Rücken ins Wasser sanken. Erst am folgenden Tage konnten sie den Ausgang aus den Sümpfen finden, die das Dorf umgaben, wo sie übernachteten; — so kamen sie, nahe am Ararat vorbei, nach Eriwan, wo Martvn in der palastähnlichen Wohnung des persischen Gouverneurs eine freundliche Aufnahme fand. Vor den Fenstern strömte, anmuthig rauschend, ein breiter Bach über das Gestein; jenseits lachten blühende Gärten in der reichen Ebene und im Hintergründe erhob sich majestätisch der Ararat — die Sonnenhitze wurde durch einen Springbrunnen in einem weißen Marmorvecken-A?wo Trauben und Melonen abgekühlt wurden, gemildert. Vergebens aber suchte er ein Gespräch über Religion mit dem höflichen, bequemen Mann anzuknüpfen, indem er von dem irdischen Paradiese, das ihn umgab, Gelegenheit nahm, auf das himmlische hinzudeuten. — Um so angenehmer war es ihm, in der Nähe, in dem armenischen Kloster, Ech Miazin (3 Kirchen), den Patriarchen mit zwei Bischöfen und dem Pater Serafino, einem gebornen Armenier, zu finden. Da dieser englisch und französisch sprach, so konnte sich Martyn leicht mit den Geistlichen unterhalten, bei denen er eine gastliche Aufnahme fand. Serafino erzählte ihm seine Lebensgeschichte. Er war in Rom erzogen worden, hatte dann eine Zeit lang in einem Kloster auf dem Berge Libanon gelebt, wo er die geistliche Weihe empfing, und > nachher als Priester an den armenischen Kirchen zu Erzerum und Kars gedient, war später auch in Bagdad gewesen, von wo er, auf die Einladung des armenischen Patriarchen, nach Ech Miazin gekommen war. Hier arbeitete er an der Verbesserung der armenischen Kirche und durste, vermöge seines Ansehens, daS ihm