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und umkehren konnte und wollte er eben so wenig. Ob­gleich das Wetter schlecht war, hatte doch der Führer des Zuges so wenig Mitleid mit dem Kranken, daß er im schnellsten Trabe über Berg und Thal forteilte, und ihn so nöthigte, mit der größten Anstrengung zu folgen. Das Fieber wuchs zu einer furchtbaren Starke an und selbst der Schlaf, wenn er bisweilen ihm zu Theil wurde, ver­mochte nicht, die verlorene Kraft wiederzugeben. Während er in einem Dorfe, wo die Pferde gewechselt wurden, in einem Garten einsam ein wenig ruhen durfte, kam ein Vorgefühl des himmlischen Friedens über ihn, in den er nun bald eingehen sollte.Ich setzte mich> schreibt er in seinem Tagebuche im Garten nieder, und dachte fröhlich und friedlich an meinen Gott, der in der Einsam­keit mein Begleiter, mein Freund und Tröster ist. Ach! wann wird doch einmal die Zeit der Ewigkeit weichen! wenn wird der neue Himmel und die Neue Erde erscheinen, auf welcher Gerechtigkeit wohnt. Dort, dort wird kein Unreines hineinkommen; nichts von der Bosheit, welche die Menschen schlimmer, als wilde Thiere gemacht hat; dort wird man nichts mehr von all den Verderbnissen sehen und hören dürfen, welche hienieden noch den Jammer der Sterblichen vergrößern und verbittern/' Das waren seine letzten Worte, die wir vernehmen. Kaum hatte er sie Niedergeschrieben, so wurde der treue Diener abgerufen von dem Herrn zur ewigen Heimath und erlöst von allen Leiden. Er verschied zu Tokat den 16. Octobec 1812. Wohl hatte er noch nicht das 32ste Jahr seines irdischen Lebens vollendet; aber er hatte, wenn gleich sich selbst nimmer genügend, in seiner Schwachheit durch Gottes Kraft gestärkt, als ein treuer Arbeiter sein Tagewerk vollkracht. Er starb auf dem Wege zur Heimath, wo er die zerrüttete Gesund­heit wiederherzustellen gedachte, um dann von Neuem sein Leben und seine Kraft der Ausbreitung des Reiches Gottes unter den Völkern des Ostens zu weihen: aber et wurde ausgenommen in das Vaterland, das droben ist, und ein neuer, höherer Wirkungskreis wurde ihm dort von Gott angewiesen.

Traurig für seine Freunde war besonders auch der Gedanke, daß er im fremden Lande gestorben war, wo in den letzten Augenblicken keine theilnehmende Stimme sich