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zur Seligkeit; aber er war auch überzeugt, daß Christus mit ihm sey, wenn er auf diesem Wege wandle und daß er ihn nicht verlassen, noch seine Hand von ihm abziehen werde. —
So wie diese außerordentlichen und dem Anscheine nach einander widersprechenden Eigenschaften ihm nicht anders, als durch den Geist Gottes mitgetheilt wurden, so erhielten sie auch nur in der fleißigen Benutzung der allgemeinen Gnadenmittel ihre Stärke und Reife. Gebet und die heilige Schrift waren die Brunnen des Heils, aus welchen er täglich das lebendige Wasser schöpfte. Er betete wahrhast stets mit Bitten und Flehen im Geist und wachte dazu mit allem Anhalten, und so wie er selbst verwandelt war durch die Erneuerung seines Sinnes, so prüfte er auch beständig, welches da sey der gute, der wohlgefällige und der vollkommene Gottcswille. Der Sabbath, dieser von Gott zu heiligen Zwecken abgesonderte Tag, wurde von ihm so angewendet, daß er seiner Seele oft zu einem Paradies auf Erden wurde und ihn so zu dem endlosen, geistigen Genusse nach dieser Zeit vorbereitete. Durch tagliches Erwägen der Schrift unter Gebet wurde er immer reifer in seinem Berufe, und er wartete dieses himmlischen Amtes mit bewundcrnswerther Entschiedenheit des Geistes zur Verherrlichung seines Heilands, der es ihm gegeben hatte. Er hatte die lebendigste Vorstellung von den überschwenglichen Segnungen seiner geweihten Arbeit und von ihrer schweren Verantwortlichkeit, und so besorgt war er, daß er nicht etwa eine darauf Bezug habende Pflicht versäume, daß er selbst auch nicht mit dem Werke der Bibelübersetzung irgend einen Mangel an Sorgfalt in den unmittelbaren Obliegenheiten jenes Amtes, der mündlichen Verkündigung des Evangeliums, entschuldigen zu dürfen glaubte. Die Beförderung der Ehre des Erlösers durch die Predigt des Evangeliums war der große Zweck, um deswillen ihm das Leben wünschenswert!) schien, und um diesen zu erfüllen, wendete er viel Zeit auf die Ausarbeitung seiner öffentlichen Vorträge, und erwog im tiefen Nachdenken und beständigem Flehen zum Vater des Lichts Das. worüber er sprechen wollte. Er erinnerte sich oft hierbei der Worte des heiligen Bernhard: Iltilis lectio, »lilis ernäitio; «vä in-»U8