De Edulcoratione.
Man wiegt das von No. 2. et 3. endlich trucken
erlangte Sal duplicatum, und gist darauf im
Kolben nicht mehr als halb soschwer, oder aufs
höchste ana des gereinigten und hochrectificirten Brandweins, ziehet
Ihn rein wieder davon, doch sehr gelinde, bis man das
doppelte Saltz oder Mercurium duplicatum trucken in
fundo vasis siehet, so hebet Er die etwan vom Spi-
ritu No. 2. 4 et 5. gebliebene corrosivische Gei-
ster und führet sie mit sich in die Vorlage über,
welche Arbeit man mit frischem Brandwein noch 3mahl
wiederholen kan, auf daß das Sal metallorum desto
reiner von allem Corrosiv werde, womit auch also
die letzte Praeparation der Vorarbeit vollbracht,
und Ihr endlich ein solches Saltz überkommen werdet
daß nicht nur ohne alles corrosiv gantz ange-
nehm und lieblich, sondern auch bey der allergelin-
desten Wärme wie Wachs fließet, an der Kälte
aber wieder gestocket, zuweilen, nachdem der Vitriol guth
gewesen, wenn es eine Weile an der Lufft gelegen,
bekomt es grüne flecke, welches so Ihr es sehet
vor ein guth Zeichen halten sollet, daß Ihr wohl
gearbeitet, und der wachsende lebendige Geist nicht
verbrandt worden.
Caput 5.
De Multiplicatione Mercurii dupli-
cati.
So du dieses Mercurii duplicati auß einer
veritablen Ungrischen Minera vitrioli hast, kan man
es nochmals mit dergleichen Saltz aus gemeinem
Vitriol, entweder Saltzburger oder Schwartzenberger etc.
bereitet, augmentiren, denn weil die Minera
Ihren lebenden Geist noch hat, welcher auß dem
so aus KupfferErtzen per calcinationem gemacht, weg-
geschlagen, so sind 6 Loth capabel von diesem
Mercurio duplicato, 100 und mehr Pfund, des
andern vitriolischen Saltzes erstorbenen Geist zuer-
wecken, wieder lebendig fruchtbar, wachsend und