dem ich darin wenige Monate die Kinder unterrich-
tet; so wurde ich noch in demselben Jare, in die latei-
nische Schule genommen. In eben diesem Jare wurde
mir die Aufsicht über Schüler auf der Stube im Kranken-
hause, u. nachdem noch kein Jar vergangen, die Kranken-
stube selbst anvertrauet. Die Lerer, deren Unterricht
ich genoßen, u. die ich gröstenteils als Väter, auch in
ihrem Grabe, kindl. verere, waren die hochwürdigen
Hherren D. und Consistorialrat Franke, D. Knapp,
D. Michaelis, D. Callenberg, D. Semler; Prof. Freyling-
hausen, wie auch die Hherren Profeßores Meier und
Ellenberger, u. damaliger Magister Noeßelt.
O welche unaussprechliche Barmherzigkeiten hat der
HErr an mir in Halle, so wol am Leibe, als vornäml.
an der Sele getan! Kam ich gleich bisweilen, sonder-
lich im Anfange, in Absicht meiner leiblichen Umstände
u. Bedürfniße, in Verlegenheit u. Sorgen; so mus ich
doch, bei allen äußerl. scheinenden Mangel, bekennen,
daß der gnädige u. barmherzige HErr mich nicht
verhungern, oder ungekleidet hat gehen laßen; son-
dern mich erhalten, gestärket u. so viel in Gnaden
mir zugewandt, als zu meiner Erhaltung not-
wenig gewesen. Ich könte auch gar manche Proben
einer unerwarteten u. recht wunderbaren Fürsor-
ge für meine leiblichen Angelegenheiten anfüren,
wenn ich nicht die Weitläuftigkeit befürchten müste.
 
Und