Darauf schrieb ich an Herrn M Herbers von 22 Apr. 97 also:
Deßen angenehmes Schreiben habe vor wenig tagen wohl erhalten,
u daraus eine sonderbare zuneigung zu meiner wenigkeit
(wovor herzl danke) mit samt sonst einer Christl. intention vernommen.
Es ist sothaner Vorschlag Mhhr M., da er allein die Ehr Gottes betrift,
wichtig, u dannenhero auch von mir in der furcht des herrn erwogen,
kriege auch hofnung es werde es der gütige Gott so fügen, daß,
wo nicht in den völligen propos MhhrM, ich Ihm dennoch sonst in
s. schweren Amt, nach der Gnade Gottes assistiren könne. Daß
mich aber gegen MhhrM. anizzo nicht gänzlich verbinden kan,
ist die ursach, weil ich eben von ihren ort neulicher zeit ein
Schreiben bekommen, darinn ich zu Sie zu kommen verlanget werde,
worauf ich schon meine Resolution hingeschikt, u erwarte nun
darauf weitere ordre u antwort, außer welcher mich anderswo
mit gewißer Versprechung nicht einlaßen kan. Indeßen
wunsche von herzen, daß der Almächtige Gott, der in den Schwachen
mächtig ist, MhhM. Kraft u stärke des leibes u des Geistes reichl.
verleihen wolle, damit er s. Amt, darin ihn der Herr gesezt,
ferner kräftig vorstehen, u die Herde Christi williglich u von
herzen grund so lange weiden könne, bis er die unverwelkl.
Krohne der Ehren von Gott empfehet. -
Herr Erichs aber gab den folgenden tag neml. den 23 Apr. folgendes
zur Antwort:
Daß deßen meinethalben gefaßte intention u vornehmen noch ganz
ernstl. sei, erhellet aus den 3ten Schreiben, welches mir in der vorigen
wochen wohl worden, wogegen mich nicht anders, alß in meinem
vorigen brief geschehen, resolviren kan. Den Vorschlag von
Herr M Herbers geschehen, habe weder angenommen noch gänzl.
abgeschlagen, weil mir andere gelegenheit vorstunde, weswegen
noch auf eine antwort warten müßte, alßdenn könte ich erst ander-
werts etwas gewißes versprechen. Wegen ihr izziges kirchwesen,
da Sie fast alß eine Herde ohne hirten sein müßen, habe herzl.
mitleiden, hoffe aber dHerr Uns. Gott werde auch dies zu ihren
besten wenden, u sich ihrer selbst annehmen, u sie suchen, wie ein
Hirt seine schafe suchet, wenn sie von seiner Heerde verirret sind.