Sie beide schwächlich. Daher die Gemeine oder etl. daraus, den Tertium
unterhalten wil. Sie gedenken aber was das vor eine sache würde
sein. Sie permittiren ihnen izzo zugeben 150 bis 200 rthlr. Dazu
freie kost u wohnung bei einem in der Stadt. Diese sind gut Conditiones
dafern sie jahrl. immer so viel geben. Sie aber allezeit so ledig bleiben können.
Wenn sie sich aber verendern, u ihre eigene haußhaltung wolten anfangen,
woher wollen sie denn freie wohnung, Speis, kleidung p Ihnen, Frau,
u Kindern verschaffen. Izzund können sie kaum 200 thlr zusammen
bringen, wo wollen sie ins künftige das u ein mehres hernehmen,
denn mit 200 thlr man wenig in einer haußhaltung ausrichten kan.
Sie betrachten, wie schwach u unvermögen die Gemeine selbst hie ist, die
nicht allezeit dasjenige wird praestiren können, was sie izzo permittiret.
Sterben diese, oder es steßet ihnen sonst was zu, wer wird ihre stelle vertreten?
Mein rath were: Könte man Sie hier bei einen Dienst emploiren, da Sie
was gewißes u festes jährl. zuhoffen, alß eines ConRectoris, der von E. Rath
nicht nur freie wohnung hat, sondern auch bis 150 thlr ohne andern
accidentien, würde es ein großes vor ihnen sein, wenn die Gemeine jahrl.
ihnen was gebe vor ihre sublevation in Predigten. Erwarte hierauf mit ehesten
geneigte antwort.
unterhalten wil. Sie gedenken aber was das vor eine sache würde
sein. Sie permittiren ihnen izzo zugeben 150 bis 200 rthlr. Dazu
freie kost u wohnung bei einem in der Stadt. Diese sind gut Conditiones
dafern sie jahrl. immer so viel geben. Sie aber allezeit so ledig bleiben können.
Wenn sie sich aber verendern, u ihre eigene haußhaltung wolten anfangen,
woher wollen sie denn freie wohnung, Speis, kleidung p Ihnen, Frau,
u Kindern verschaffen. Izzund können sie kaum 200 thlr zusammen
bringen, wo wollen sie ins künftige das u ein mehres hernehmen,
denn mit 200 thlr man wenig in einer haußhaltung ausrichten kan.
Sie betrachten, wie schwach u unvermögen die Gemeine selbst hie ist, die
nicht allezeit dasjenige wird praestiren können, was sie izzo permittiret.
Sterben diese, oder es steßet ihnen sonst was zu, wer wird ihre stelle vertreten?
Mein rath were: Könte man Sie hier bei einen Dienst emploiren, da Sie
was gewißes u festes jährl. zuhoffen, alß eines ConRectoris, der von E. Rath
nicht nur freie wohnung hat, sondern auch bis 150 thlr ohne andern
accidentien, würde es ein großes vor ihnen sein, wenn die Gemeine jahrl.
ihnen was gebe vor ihre sublevation in Predigten. Erwarte hierauf mit ehesten
geneigte antwort.
Idem. Narva den 17. Apr. 97.
Zwar habe noch zur Zeit auf meine beide briefe an Sie keine Antwort erhalten,
dennoch weil izzo gelegenheit von hinnen gehet, habe diese wenige Zeilen
auch mitgeben wollen, dasjenige kürzl. zu wiederholen was jüngstens
an Sie geschrieben. Wie ich Sie zwar herzl. verlanget mir in meiner ar-
beit mit Predigen zu assistiren, weiln ich schwach u unpäßlich; Mein concept
aber izzo verrükket wird, da ich vernehme, daß man Sie so weit bei
der Kirchen haben wil, daß mehr predigen alß sonst gewöhnl. geschehen. So
weit ich absehen kan, geschiehet solches ihn u andere zu verleiten. Denn wenn
man erstlich die Kappe hat angenommen, läßt sie sich schwerlich wieder
ablegen, ob man gleich solches gern wünschet. So viel predigen bei Un-
ser Kirchen zuhaben, insonderheit die frühPredigt am Sontage klokke 6.
ist unnötig, weil keiner hineinkömmt. Zudem ist auch des Königes Vol-
macht, an einen einigen Tage, daß man keine andern Enderungen u Gebräuche
einführen sol, alß vor diesem üblich. Were es, daß dhr. bei der Schule oder sonst wo
könte angebracht werden, da Sie stehende gewiße Gelder jährl. zuheben, könte
man sich von der Gemeine was gewißes geben laßen Uns zu subleviren,
wozu sie sich gern bequemen würden.
dennoch weil izzo gelegenheit von hinnen gehet, habe diese wenige Zeilen
auch mitgeben wollen, dasjenige kürzl. zu wiederholen was jüngstens
an Sie geschrieben. Wie ich Sie zwar herzl. verlanget mir in meiner ar-
beit mit Predigen zu assistiren, weiln ich schwach u unpäßlich; Mein concept
aber izzo verrükket wird, da ich vernehme, daß man Sie so weit bei
der Kirchen haben wil, daß mehr predigen alß sonst gewöhnl. geschehen. So
weit ich absehen kan, geschiehet solches ihn u andere zu verleiten. Denn wenn
man erstlich die Kappe hat angenommen, läßt sie sich schwerlich wieder
ablegen, ob man gleich solches gern wünschet. So viel predigen bei Un-
ser Kirchen zuhaben, insonderheit die frühPredigt am Sontage klokke 6.
ist unnötig, weil keiner hineinkömmt. Zudem ist auch des Königes Vol-
macht, an einen einigen Tage, daß man keine andern Enderungen u Gebräuche
einführen sol, alß vor diesem üblich. Were es, daß dhr. bei der Schule oder sonst wo
könte angebracht werden, da Sie stehende gewiße Gelder jährl. zuheben, könte
man sich von der Gemeine was gewißes geben laßen Uns zu subleviren,
wozu sie sich gern bequemen würden.