Es sind bishero meine Geschäfte so beschaffen gewesen, daß ich Mhr. bis
dato kaum mit ezl. Zeilen Meinen Zustand zuentdekken habe Zeit ge-
winnen können - Was die Sache anlanget wegen Mhr. Vocation hieher,
so rathe daß man sich auf der Privatorum Vocation nichts resolvire,
wofern nicht der Consensus Regius et Consistorialis die Vocation autho-
risiret. Mhr. stelle es in des höchsten hand. Wann derselbe rufen wird,
so müßen alle diejenigen ihre rathschläge, so dieses heil. werk hinter-
treiben wollen, zur thorheit werden. Ich wünsche von grund mei-
nes herzens M. Werthesten hier zu sehen. So lange aber die Sache
auf einen solchen ungewißen fuß beruhet, so kan ich Mhr. nicht
darzu rathen. Gott helfe unter deßen, u gebe es nach s. wohlgefallen.
Es sind hier viele Selen, die nach Mhr. seufzen. Gott erhöre Uns. ge-
beth u stehe Uns bei in dieser lezten betrübten Zeit, in welcher aller
Glaube u liebe wil verleschen. -
dato kaum mit ezl. Zeilen Meinen Zustand zuentdekken habe Zeit ge-
winnen können - Was die Sache anlanget wegen Mhr. Vocation hieher,
so rathe daß man sich auf der Privatorum Vocation nichts resolvire,
wofern nicht der Consensus Regius et Consistorialis die Vocation autho-
risiret. Mhr. stelle es in des höchsten hand. Wann derselbe rufen wird,
so müßen alle diejenigen ihre rathschläge, so dieses heil. werk hinter-
treiben wollen, zur thorheit werden. Ich wünsche von grund mei-
nes herzens M. Werthesten hier zu sehen. So lange aber die Sache
auf einen solchen ungewißen fuß beruhet, so kan ich Mhr. nicht
darzu rathen. Gott helfe unter deßen, u gebe es nach s. wohlgefallen.
Es sind hier viele Selen, die nach Mhr. seufzen. Gott erhöre Uns. ge-
beth u stehe Uns bei in dieser lezten betrübten Zeit, in welcher aller
Glaube u liebe wil verleschen. -
Copia der oben gedachten Supplic an den Rath in Narva.WohlEdle, veste, GroßAchtbare, HochwohlGelahrte, Hochwohl
weise königl. Herr burgGraf, Herren burgemeister
u sämtl. Herren des Raths
HochgeEhrte Herren.
E. WohlEdl. Hochw. Rath ist annoch guter maßen bekant, wie
hochnötig es das königl. Consistorium hiebevor angesehen, daß zu
beßerer bestellung des Gottesdienstes bei Uns. deutschen Gemeine, an-
noch der dritte Prediger vociret werden müße, so gar, daß auch die
Sache an Ihro königl. Majestät der Zeit gelanget, den Effect aber
nichts alß der vorgeschüzte mangel darzu behöriger mittel da-
mahls behindert. Wie nun solche nothwendigkeit eines
3ten Predigers, nach absterben des Sel. Herr M. Ja. Eberh. Rolfings Zeit
wehrender Vacance sich um so viel mehr geeusert. Da bei furgefalle-
ner Unpäßlichkeit des Herrn M. Herbers die Gemeine ganz verlaßen,
u ohne gebührender Selen pflege gewesen, ist solches Uns Endes genanten
ein unvermeidl. anstos gewesen, die sache tiefer zu herzen zunehmen,
u Uns zu einer freiwilligen beisteur zu salarirung eines 3ten
Predigers untereinander zuvereinigen. Doch mit dem ausdrükl.
absehen auf die person des Herrn Justi Samuel Scharschmids, der bei
hochnötig es das königl. Consistorium hiebevor angesehen, daß zu
beßerer bestellung des Gottesdienstes bei Uns. deutschen Gemeine, an-
noch der dritte Prediger vociret werden müße, so gar, daß auch die
Sache an Ihro königl. Majestät der Zeit gelanget, den Effect aber
nichts alß der vorgeschüzte mangel darzu behöriger mittel da-
mahls behindert. Wie nun solche nothwendigkeit eines
3ten Predigers, nach absterben des Sel. Herr M. Ja. Eberh. Rolfings Zeit
wehrender Vacance sich um so viel mehr geeusert. Da bei furgefalle-
ner Unpäßlichkeit des Herrn M. Herbers die Gemeine ganz verlaßen,
u ohne gebührender Selen pflege gewesen, ist solches Uns Endes genanten
ein unvermeidl. anstos gewesen, die sache tiefer zu herzen zunehmen,
u Uns zu einer freiwilligen beisteur zu salarirung eines 3ten
Predigers untereinander zuvereinigen. Doch mit dem ausdrükl.
absehen auf die person des Herrn Justi Samuel Scharschmids, der bei