(2) hingegen, unter denjenigen, mit welchen ich es eine zeithero zuthun
gehabt, iedem noch etwa einmahl selbst zu antworten, u sie nachmahl
auch an andere zuverweisen. Dann es ist bisher von mir so viel be-
antwortet worden, als vor warheit begierige zu erkentnis meiner
unschuld dienlich sein mag, andere ganz eingenommene aber mag
ich //mit// noch so öfter wiederholung doch niemahl gnug geschehen. So werden
auch die wiedrige, wo ich nur durch andere antworten laße, vieleicht
des handels auch müde werden, u testo eher selbst aufhören. Welches
der Herr geben, u endlich denen Ergernißen ein ende machen wolle.
– – – Diese thun das ihrige treulich, u geben andern gutes exempel
Alhier haben wir wegen unsers lieben Herr Schaden eine weile große
Motus gehabt wegen des beichtstuhls, den er wegen bisheriger ausge-
standener angst in derselben nicht weiter mehr betreten wil, auch ein
paar mahl an stat der privat beicht u absolution, eine algemeine Vorbe-
reitung mit den Beichtkindern, allein angestellt: darüber das meiste
der bürgeschaft, hinter die sich andere nostri Ordinis gestekt, sehr ent-
rüstet worden, daß wir ihn zu verliehren gesorgt. Nun aber ist eine
Churfrl. ansehnl. Commision verordnet, die sache zuuntersuchen, u sind wir
bereits vorige woche beisammen gewesen: daß ich hoffe, es solle durch Göttl.
Gnade noch beßer abgehen alß es geschihnen: Darum wir dem himl. Vater
auch herzlich anzurufen haben: Der gewißen versicherung, er werde sein
Reich immer weiter ausbreiten, ob nicht nach unsern gedanken, doch auf
viel. herlichere weise. In deßen heilige obhut, segen u regierung
– – - herzl. empfehlende Schar MN.
gehabt, iedem noch etwa einmahl selbst zu antworten, u sie nachmahl
auch an andere zuverweisen. Dann es ist bisher von mir so viel be-
antwortet worden, als vor warheit begierige zu erkentnis meiner
unschuld dienlich sein mag, andere ganz eingenommene aber mag
auch die wiedrige, wo ich nur durch andere antworten laße, vieleicht
des handels auch müde werden, u testo eher selbst aufhören. Welches
der Herr geben, u endlich denen Ergernißen ein ende machen wolle.
– – – Diese thun das ihrige treulich, u geben andern gutes exempel
Alhier haben wir wegen unsers lieben Herr Schaden eine weile große
Motus gehabt wegen des beichtstuhls, den er wegen bisheriger ausge-
standener angst in derselben nicht weiter mehr betreten wil, auch ein
paar mahl an stat der privat beicht u absolution, eine algemeine Vorbe-
reitung mit den Beichtkindern, allein angestellt: darüber das meiste
der bürgeschaft, hinter die sich andere nostri Ordinis gestekt, sehr ent-
rüstet worden, daß wir ihn zu verliehren gesorgt. Nun aber ist eine
Churfrl. ansehnl. Commision verordnet, die sache zuuntersuchen, u sind wir
bereits vorige woche beisammen gewesen: daß ich hoffe, es solle durch Göttl.
Gnade noch beßer abgehen alß es geschihnen: Darum wir dem himl. Vater
auch herzlich anzurufen haben: Der gewißen versicherung, er werde sein
Reich immer weiter ausbreiten, ob nicht nach unsern gedanken, doch auf
viel. herlichere weise. In deßen heilige obhut, segen u regierung
– – - herzl. empfehlende Schar MN.
zu Gebet u liebewilligerPhilipp Jacob Spener Dr.Berlin den 28 Maj.1697.
P. S. Ob aber auch vor N. ein subjectum der Matheseos u der ingenieur
kunst erfahren, darneben aber zugleich der Gottseligkeit ergeben, aus
finden werde, stehet sehr dahin, indem solche requisite nicht leicht beisammen.
So ist auch der brief wegen eines Studiosi zu den Eisenwerken des
Dänischen Commissarii späte gekommen, als daß von hier oder Halle aus
eine tüchtige person noch bei wehrender schlitten bahn hette zu ihnen
gebracht werden können: Da sonst wo man mit der Zeit nicht pressiert
es an guten leuten nicht mangeln würde. Es waget sich aber keiner
gern in so weiten weg, wo er sorgen muß, daß er vieleicht gar zu
späth kommen möchte, u die Reise vergebens gethan hette.
kunst erfahren, darneben aber zugleich der Gottseligkeit ergeben, aus
finden werde, stehet sehr dahin, indem solche requisite nicht leicht beisammen.
So ist auch der brief wegen eines Studiosi zu den Eisenwerken des
Dänischen Commissarii späte gekommen, als daß von hier oder Halle aus
eine tüchtige person noch bei wehrender schlitten bahn hette zu ihnen
gebracht werden können: Da sonst wo man mit der Zeit nicht pressiert
es an guten leuten nicht mangeln würde. Es waget sich aber keiner
gern in so weiten weg, wo er sorgen muß, daß er vieleicht gar zu
späth kommen möchte, u die Reise vergebens gethan hette.