bei Herrn Wolthers p daselbst vor geraumer Zeit angelanget, nahmens Philippus
Michaelis. Dieser hat ein sehr herl. Zeugnis, hat auch jüngst für dem Kö-
nige gepredigt. Ich zweifle ganz nicht, so sie ihn verlangen, er wird folgen.
Zum wenigsten könte Mhr. Comm. ihn in sein Hauß nehmen, alß einen Studiosum
halten u versuchen, ob man Ihn alß einen SeelenHirten könne behalten.
So man ihn freie subsistence u eine discretion verspreche, wird er schon kommen.
Wie wohl die Ehre Gottes Ihn kräftiger, alß jenes ziehen würde, u würde er
auch den Vortheil hoch halten, daß er solchergestalt der Rußl. sprache, so mehr,
alß man gedacht, steigen wird, sich bemächtigen konte. Der h. Gott faße
ihre herzen in liebe zusammen, u laße Sie an ihren ort alles deßen gewehren,
was ihren Seelen dienet u profitable ist, am ersten darnach zu trachten, alß-
denn wird Ihnen auch das andere alles zufallen. So bald sie auf gethanen
Vorschlag resolviren, wil ich Herrn Mich. schreiben, daß er sich cito hieher mache etc -
Weil nun hierauf keine Antwort kahm, u hingegen eine gelegen-
heit dorthin zukommen unverhoft vorfiel, nahm ich sie alsofort an. Ging
zu einen u den andern u nahm abschied. alß bei den Herrn Superint. dem ich in
einen wunsch die worte sagte Joh 7,24 Richtet nicht nach dem ansehen, son-
dern richtet ein recht gerichte. Der mir aber in die rede fiel, u sagte
wenn ich die worte anführte alß ein Wunsch, so were es wohl. Ich ant-
wortete, Nicht anders. Führte ich sie aber an alß einen Verweis zu geben
so thät ich ihm zu viel, denn nicht Er, sondern die deutschen Prediger schuld
weren, daß mit mir so verfahren. Von Herr M Herbers empfing ich noch
zuletzt das Abendmahl u beichtete ihm nach gewohnheit, daß er auch da-
durch noch konte hören u sehen, wofür ich zuhalten sei. Wie ich denn
augenscheinl. merkte, daß ihm reue meinetwegen ankahm, u bath
ich möchte Ihm doch einen meines sinnes u gleicher art recommendiren,
weil sie doch ohne einen dritten Prediger wohl nicht würden können aus
kommen. Und also ging ich den 17 jun. gleich nach Pfingsten fort, u ge-
dachte an das Wort, welches mir im ersten hingange nach dem Consistorio
1.Corinth. XVI,7.8.9. war vorkommen. Auch war ich eben an diesen
tag in der ordnung früh morgends die Bibel zulesen gekommen bis
aufs 25 cap. Jerem. da mir der 4. u 5. v. sonderl. bedenkl. vor-
kahm u betrachtung gab. Ein paar tage darauf erhielt ich unter-
weges Ein Antworts Schreiben von Herrn Vinhagen aus Novgord. Hätte
mich das noch in Narva angetroffen, were ich wohl schwerlich weg gereißt:
Michaelis. Dieser hat ein sehr herl. Zeugnis, hat auch jüngst für dem Kö-
nige gepredigt. Ich zweifle ganz nicht, so sie ihn verlangen, er wird folgen.
Zum wenigsten könte Mhr. Comm. ihn in sein Hauß nehmen, alß einen Studiosum
halten u versuchen, ob man Ihn alß einen SeelenHirten könne behalten.
So man ihn freie subsistence u eine discretion verspreche, wird er schon kommen.
Wie wohl die Ehre Gottes Ihn kräftiger, alß jenes ziehen würde, u würde er
auch den Vortheil hoch halten, daß er solchergestalt der Rußl. sprache, so mehr,
alß man gedacht, steigen wird, sich bemächtigen konte. Der h. Gott faße
ihre herzen in liebe zusammen, u laße Sie an ihren ort alles deßen gewehren,
was ihren Seelen dienet u profitable ist, am ersten darnach zu trachten, alß-
denn wird Ihnen auch das andere alles zufallen. So bald sie auf gethanen
Vorschlag resolviren, wil ich Herrn Mich. schreiben, daß er sich cito hieher mache etc -
Weil nun hierauf keine Antwort kahm, u hingegen eine gelegen-
heit dorthin zukommen unverhoft vorfiel, nahm ich sie alsofort an. Ging
zu einen u den andern u nahm abschied. alß bei den Herrn Superint. dem ich in
einen wunsch die worte sagte Joh 7,24 Richtet nicht nach dem ansehen, son-
dern richtet ein recht gerichte. Der mir aber in die rede fiel, u sagte
wenn ich die worte anführte alß ein Wunsch, so were es wohl. Ich ant-
wortete, Nicht anders. Führte ich sie aber an alß einen Verweis zu geben
so thät ich ihm zu viel, denn nicht Er, sondern die deutschen Prediger schuld
weren, daß mit mir so verfahren. Von Herr M Herbers empfing ich noch
zuletzt das Abendmahl u beichtete ihm nach gewohnheit, daß er auch da-
durch noch konte hören u sehen, wofür ich zuhalten sei. Wie ich denn
augenscheinl. merkte, daß ihm reue meinetwegen ankahm, u bath
ich möchte Ihm doch einen meines sinnes u gleicher art recommendiren,
weil sie doch ohne einen dritten Prediger wohl nicht würden können aus
kommen. Und also ging ich den 17 jun. gleich nach Pfingsten fort, u ge-
dachte an das Wort, welches mir im ersten hingange nach dem Consistorio
1.Corinth. XVI,7.8.9. war vorkommen. Auch war ich eben an diesen
tag in der ordnung früh morgends die Bibel zulesen gekommen bis
aufs 25 cap. Jerem. da mir der 4. u 5. v. sonderl. bedenkl. vor-
kahm u betrachtung gab. Ein paar tage darauf erhielt ich unter-
weges Ein Antworts Schreiben von Herrn Vinhagen aus Novgord. Hätte
mich das noch in Narva angetroffen, were ich wohl schwerlich weg gereißt: