warum läßet es Herr M Vag. nicht bei einerlei liebe bleiben, sondern unterscheidet sie
so wohl nach dem liebes actu alß objecto? Ist aber dieselbe nicht einerlei, sondern eine
andere liebe ist, damit der Sohn u der H. Geist sol geehret sein, so ist eine andere art
des Cultus Interni gegen den Vater, eine andre gegen den Sohn u den H. Geist, dadoch
Unser heiland spricht: Daß sie alle sollen den Sohn ehren, καθῶς, wie sie den Vater
ehren. Joh 5,23. Auf diese weise würde man den Socinianern gewaltig die
hand bieten, dafür Gott ihre Kirche in Gnaden behüten wolle. Halten dahero dafür,
daß sehr nötig sei, diese rede aus dem Catechismo zustreichen, u deswegen rathen
wir Ew. WohlEhrw. Herrn M. Vag. dieses zuvor privatim u brüderlich in sanftmuth
vorzuhalten u zuermahnen, daß er selber solche rede ausstreiche, sie nicht mehr vor-
bringe. So er aber die brüderl. liebes ermahnung nicht wolle annehmen, Er
dann den Eltesten ihrer Kirchen es proponiren, u mögligsten fleiß anwenden,
daß alles in der güte beigelegt u abgeschaft werde, damit nicht unter den Grichen
ärgernis erwachse. Gott gebe friede allenthalben u auf allerlei weise.
In deßen Gnade wir zu allen eigenen u Kirchen Segen Ew. WohlEhrw. andächtig
erlaßen, u verbleiben
Deroselben
Zu Gebeth u Diensten schuldig willigste
Johann Winkler Past. zu. S. Mich.
Caspar Bussingius Prediger des Gottl. worts bei
selbiger Gemeine
Hamb. den 8. Febr. 1695.
II. Wegen der Vocation.
Im Nahmen der heil. u hochgelobten Dreieinigk.
Wir der Ältesten deutschen u der reinen unveranderten Augs. Conf. zugethane
Gemeine alhie in der deutschen Slaboda der TZar. Residence Moscau izziger
Zeit erwehlte u verordnete Elterl. u Vorsteher entbieten hiemit in Nahmen
derselben Christ lobl. Gemeine Euch WohlEhrw. Großachtbarer u Hochwohl-
gelahrter Herr Licentiat Bartholdus Vagetius, treufleißigen Pastor der
Lutherischen Evangelischen Gemeine in Archangel Uns. Ehrenfrdl. Gruß zuvor.
Demnach seithero Eures abschieds von hier Unser Pastorat vacant verbleibet,
u wir nunmehro nach erforderung der noth denselben mit einer tüchtigen
Gottesgelahrten person in der furcht des Herren entschloßen sind zu ersezzen, auch
deswegen ein u ander subjectum in Vorschlag gewesen, allein in der wahl meh-
rentlichs auf Ew. WohlEhrw. reflectiret worden, in ansehen deßen Uns zur
Gnüge wohlbekanten person seiner satsam u glükl. geübten Gelehrsamkeit,
seines Gottsfürchtig-exemplarisch unter Uns geführten wandels, u seiner zu Uns