alß ich gethan habe, denn ich weiß daß mein Amt meines Gottes sei. Ich trozze
auf mein Amt, dabei mich Gott eben so leicht wieder Verfolgung schüzzen kan,
alß er mich obwohl wieder etlicher ihren willen darein gesezzet hat, u wer an
seinem Amte verzaget, wer wil den helfen? Sir. 10. Habe ich mich bishero
zu mäßig gen Herrn Schars. verhalten, so bin ich euch zum besten, ärgernis u
böse gedanken bei euch zuverhüten, zu mäßig gewesen. Solte ich aber nun
(nach eurem urtheil) zu viel thun,) so thue ichs Gott zu ehren u seine Kirche zum
besten, damit keine schleucher dieselbe verwirren mögen 2. Cor 5,13. Ich
erkenne mit demütiger reue meines herzens neben allen andern meinen
sünden, auch insonderheit diese: daß ich fast alzu furchtsam vor den menschen, deren
freundschaft ich suchte, bisher gewesen sei, u der sachen zu wenig gethan habe;
erkenne darum mit demütigen Dank gegen Gott diese mir erregte Unruh,
alß eine Gnädige väterl. Züchtigung, dadurch mich mein Getreuer Gott auf-
wekken wollen, denen besorgten ausstreuen alles unkrauts auf dem mir
anvertrauten akker mit mehr eifer ins künftige zu wehren. Es gehe denn
nun darüber wie es wolle, so geschehe des Herren wille. Ich stehe durch Gottes Gna-
de vor das Recht, solte auch ich u mir die ganze welt darüber zugrunde gehen;
der Herr thue was ihm wohl gefält; sein Heil. Nahme sol von mir allezeit ge-
ehret bleiben! Amen Hallelujah!
Ich habe noch dieses beizufügen, daß ich diesen brief nicht alß in Verborgenen
schreibe, sondern was ich schreibe in dem Angesicht der ganzen Kirche Christi zube-
haupten auf mich nehme. So derowegen dies mein vorgestelletes keinen
eingang findet, bitte ich durch Christum mir mit einer grundl. satsamen
Antwort zubegegnen, damit ich mich ferner recht gründlich erklähren könne.
Ich ersuche auch ganz dienstlich, daß dieses mein Memorial zum stets wehrenden
Gedächtnis bei den andern Kirchen Schriften verwahrlich behalten werde. Ich
sehe auch gern, daß Copia dieses, welches ich traun in des Herrn furcht wohl
bedächtlich geschrieben habe, Herrn Scharschmid communiciret werde, ob etwa derselbe
sich darauf mit mir schriftlich einlaßen wolle. Denn ich ohn dem weit-
läuftig gehöret habe, ob solte derselbe einige puncten wieder mich aufgesezzet
haben, die man denen leuten verlesen würde, wenn sie nur einmahl
zu dem Herrn D Blumentrost kähmen. Die wolte ich derowegen auch gern
sehen, weil es doch einem redlichen Mann viel beßer ist, einen öffentl. Kläger
zuhaben, gegen den man sich verantworten kan, alß einen heimlichen hinterükkischen