Ich habe des Herrn D Speners Schriften gelesen, u finde darinnen ein Göttl licht
das der Verstand hoch führet, u dünket mich auch, daß er nicht alles (um
vieler menschen blödigkeit willen) schreibet, was er nach seinen hohen
begrif inne hat. Solches hat mich bewogen, seine Schriften auch andern
bekant zu machen. So viel ich nach meinen geringen Vermögen gekont,
so bin ich auch damit an einen verständigen, Gelahrten u vornehmen Mann
gerathen, dem ich ged. Herrn D Speners Sachen gerecommendiret. Derselbe aber
ist mir hierin anfangs entgegen gewesen. Doch ists der gestalt ausge-
schlagen, daß da ich einige seiner bücher (nach vielen discursen) ihme beige-
bracht, alß das schöne büchl. von Natur u Gnade, nebst andern so von
beßerung bevorstehenden Zeiten handeln, so ist sein sinn (meines wißens)
nunmehro gänzl. verendert, so daß er Herr Speners meinung beipflichtet,
u wie er weiß, daß Mhr. es auch mit Herr Spenern hält (welches ich mir auch
habe berichten laßen) so träget er auch ein besonders Verlangen denselben
alhie zu sehen, u sich ferner mit ihm in diesen unterreden zu können. U. hat
er auch in willen sonsten alhie Gutes mit dem Herrn zu stiften. So alles nicht
zuschreiben ist. So giebet er auch den anschlag, daß man Mhr. vermögen
möchte nur erstlich anhero zukommen, sich alhie etl. tage alß ein fremder
aufzuhalten, u zwar in der stille, daß es eben nicht viele wüßten, was
sein absehen, so dann würde das hiesige Consistorium den Herrn examiniren (wie
solches insgemein denen fremden geschieht, die sich eine zeitlang hier auf-
halten) nach geschehung solches könte man ein Schriftl. Zeugnis darauf
verlangen, u dieses denn nach Stokholm senden, dabei bei Ihro
königl. Maj. anhalten, daß dhr. alhie zu einen ordentl. Prediger er-
wehlet würde, u so dann würde die Sache, so es Gut beliebet ins werk
zurichten sein, das sonst in andere wege nicht so wohl ins werk zusezzen
scheinet. Der Magistrat alhie kan für sich in der Sache nichts thun,
weiln sie das jus Patronatus nicht mehr haben, muß also solches bei Ihro
königl. Maj. in Stokholm gesuchet werden. So ruhet es nun zu förderst
daran, daß Mhr. erstl. anhero kömmt. Bei diesen nun stelle ich Mhr.
zu gemüthe, ob er dieses nicht alß einen Göttl. ruf (welches man
meines wenigen erachtens Natürlicher würkung nicht beilegen kan,)
achten wolle, daß so viele Seelen zu ihren Heil ein beständiges u
sehnl. Verlangen nach ihn tragen. Darum denn auch were es zu wünschen,