alß die Evangelisten, Aposteln u Propheten.
Mag. das sage ich nicht. Maßen ich gerne zugebe, daß dieselben Auctores Libr.
Symb. nur mediaté, d. i. vermittelst des Wortes Gottes von dem h. Geist erleuch-
tet gewesen; Unterdeßen haben sie doch nicht irren kennen, weil sie schnur
stracks der h. Schrift gefolget u die warheiten der Christl. Lehre aus der-
selben behauptet haben.
Paedag. So merke ich wohl daß Mhr M. diesen Theologis das Privilegium Infal-
libilitatis zulege, u so kan ich denn ex hac hypothesi allen Predigern und
Doctoribus Theologiae gleichfals immunitatem ab erroribus zuschreiben, weil sie
eben auf die art ihre lehre aus der h. Schrift behaupten.
Mag. So lange sie solches thun, kan man freilich sagen, quod sint infallibiles.
Paedag. Sie haben aber gleichwohl kein privilegium Infallibilitatis, sondern kennen
auch denn irren, wenn sie meinen, die Schrift zum grunde zu haben, u so
hat es auch den Autoribus Symb. gehen kennen.
Mag. So müßet ihr denn beweisen, daß ein irthum in denen Libr Symb.
stekke.
Paedag. Hierüber wil ich mich nicht einlaßen, maßen ich weder die Lib. Symb.
alle durchgelesen, noch mich unterstehe davon zuurtheilen. Indeßen bleibet
dieser saz fest: Wer nicht aus unmittelbahrer erleuchtung des h. Geistes
schreibt, der kan irren. Darauf schließe ich: die Autores Lib. Sym. haben
nicht aus unmittelbahrer erleuchtung des h. Geistes geschrieben. Ergo.
Mag. Ob zwar muß zugestanden werden, daß sie haben irren kennen, so
haben sie doch nicht geirret, u also muß man diese bücher alß das Wort
Gottes materialiter ansehen.
Paedag. Ich nehme dieses für bekant an, daß sie haben irren kennen,
weil sie menschen gewesen; Errare autem humanum est, u folgere denn
ferner, daß diese Schriften nur alß menschen Schriften anzusehen sein.
Mag. Sie sind freilich menschen Schriften formaliter, aber sie sind doch das Wort
Gottes Materialiter.
Paedag. Diese distinction kan mir nichts schaden, wenn ich nur dieses erhalte
daß man die Libros Symb. in ansehung der h. Schrift für Scripta humana halte.
Mag. Dieses kan nicht geleugnet werden.
Paedag. So folget denn ja nothwendig, daß diejenigen, welche sagen: Libri
Symb. sunt recipiendi, quatenus sunt verbum Dei, weit behutsamer u ehrer-
bietiger gegen die h. Schrift reden, alß welche sagen: Sunt recipiendi,
quia sunt verbum Dei. denn jene sondern damit die h. Schrift von allen