So habe ich ebenfals die hofnung zu meinem Gott, er werde der Zuhörer
herzen dahin neigen u beugen, daß sie nur allein auf das sehen, es
annehmen u ergreifen, was ihre Selen aus der höchst schädl. finsternis
u gefahr, darinn viele schweben, heraus reißen wil u kan. Mein Gott
weiß wie herzl. u sehnl. mich darnach verlanget. Und solte nicht mein ein-
ziges Verlangen dieses izzo sein, da ich nicht weiß, ob meinem frommen
Gott gefällig meinen weg dermahleins wieder nach hause zu kehren, oder
den weg aller welt mich gehen zulaßen, da ich denn ja alzuschwer
rechenschaft zu geben werde haben vor deren Selen, die verwahrloset worden,
es sei auf was weise es wolle. Derhalben keiner es mir verargen
wird, daß ich hierin gebührende sorge trage. Solten aber ungeacht
deßen einige sein, welche mehr auf ihr eigen Interesse, freundschaft, au-
torität p alß auf Gottes Ehre u ihrer Selen erbauung einig u allein, re-
flectiren werden, so wil ich wieder Sie hiemit aufs kräftigste protestiret
haben, daß ich unschuldig wil sein an alle dem, was daraus folgen werde.
Ich meines theils kan nichts mehr thun. Woraus demnach Mhr. Scharschmid
zur genüge sehen kan, was izzund, u da ich nothwendig reisen muß mein
sehnl. Verlangen sei. Die unendl. Barmherzigkeit Gottes verleihe, daß
es seinen Zwek erreichen möge. Narva den 1. 7br. 98.
P.S. U. hiemit wil ich zugleich von meinem Herrn Scharschmid abschied genommen,
u des Herr Jesu liebe u Gnade zu allen seligen wohlergehen anbefohlen
u ihn ebenfals höchlich gebeten haben, sorge zutragen, daß mein Verlangen
erfüllet werde. Was seine person betrift, möchte es izzo geschehen können, da
er wegen der Libr. Symb. sich bequehmen, u seine distinctiones fahren wil
laßen. doch überlaße ich alles dem königl. Consist., es werde nach ihren Ge-
wißen verfahren, ich habe das meine so weit befordert.
herzen dahin neigen u beugen, daß sie nur allein auf das sehen, es
annehmen u ergreifen, was ihre Selen aus der höchst schädl. finsternis
u gefahr, darinn viele schweben, heraus reißen wil u kan. Mein Gott
weiß wie herzl. u sehnl. mich darnach verlanget. Und solte nicht mein ein-
ziges Verlangen dieses izzo sein, da ich nicht weiß, ob meinem frommen
Gott gefällig meinen weg dermahleins wieder nach hause zu kehren, oder
den weg aller welt mich gehen zulaßen, da ich denn ja alzuschwer
rechenschaft zu geben werde haben vor deren Selen, die verwahrloset worden,
es sei auf was weise es wolle. Derhalben keiner es mir verargen
wird, daß ich hierin gebührende sorge trage. Solten aber ungeacht
deßen einige sein, welche mehr auf ihr eigen Interesse, freundschaft, au-
torität p alß auf Gottes Ehre u ihrer Selen erbauung einig u allein, re-
flectiren werden, so wil ich wieder Sie hiemit aufs kräftigste protestiret
haben, daß ich unschuldig wil sein an alle dem, was daraus folgen werde.
Ich meines theils kan nichts mehr thun. Woraus demnach Mhr. Scharschmid
zur genüge sehen kan, was izzund, u da ich nothwendig reisen muß mein
sehnl. Verlangen sei. Die unendl. Barmherzigkeit Gottes verleihe, daß
es seinen Zwek erreichen möge. Narva den 1. 7br. 98.
P.S. U. hiemit wil ich zugleich von meinem Herrn Scharschmid abschied genommen,
u des Herr Jesu liebe u Gnade zu allen seligen wohlergehen anbefohlen
u ihn ebenfals höchlich gebeten haben, sorge zutragen, daß mein Verlangen
erfüllet werde. Was seine person betrift, möchte es izzo geschehen können, da
er wegen der Libr. Symb. sich bequehmen, u seine distinctiones fahren wil
laßen. doch überlaße ich alles dem königl. Consist., es werde nach ihren Ge-
wißen verfahren, ich habe das meine so weit befordert.
Id. den 3. 7br.
Berichte hiemit ebenfals wie gestern nachmittag der Herr burgGr., burgmester
Schwarz u RathsHerr Wolff beim Superint. gewesen, da in beisein meiner
sie mit dem Super. redeten u ihn dahin persuadirten, daß er concedirte
u bewilligte, dafern der Herr Scharschmid sich wegen der Libr. Symb. nach ver-
gnügen würde erklähren, so daß man wegen der lehre nichts würde auf
ihn mit warheit zu sprechen haben, er alßdenn meine stelle, so lange ich weg bin,
Schwarz u RathsHerr Wolff beim Superint. gewesen, da in beisein meiner
sie mit dem Super. redeten u ihn dahin persuadirten, daß er concedirte
u bewilligte, dafern der Herr Scharschmid sich wegen der Libr. Symb. nach ver-
gnügen würde erklähren, so daß man wegen der lehre nichts würde auf
ihn mit warheit zu sprechen haben, er alßdenn meine stelle, so lange ich weg bin,