(welches mir iederzeit große freude u vergnügung gebracht) bewußt,
auch das Göttl. Gesez erfordert, der Gemeine ihr billiges u nach ihrer Selen
erbauung einig u allein sehnendes Verlangen zu stillen. Doch weiß
Mhr. daß wie viele Ihn hier verlanget haben, etl. dagegen ihm zu wieder
gewesen, aus was Herzen u gemütern aber es von beiden seiten geschehen,
überlaße ich dem, der es ihm allein vorbehalten, Sie zu prüfen. Dieses
siehet man leider! u erfähret ie mehr u mehr mit betrübter Seelen, wie die
Gottlosigkeit u heuchelei der heutigen welt, ingleichen des Satans arglistigk.
überhand nimmt u einwurzeln wil, u wie dieser selen feind mit aller
macht dasjenige zu steuren u zuwehren suchet, was sein reich in der menschen
herzen stöhren, hingegen Christi aufrichten u bauen wil. Und wollen die
worte des Geistes Gottes bei Uns wahr werden: Es ist keine treu, keine
liebe, kein Wort Gottes im lande, sondern Gottes läßtern, lügen, morden,
stehlen, ehebrechen hat überhand genommen, u kömmt eine bluthschuld nach
der andern. Hingegen wil auch das eintreffen (wie es denn schon
mehr alß zu viel ist) Sie (die Großen so wohl, alß die kleinen) haben
den schein eines Gottseligen wesens, aber seine kraft verleugnen Sie.
Ingleichen; Der Satan verstellet sich in einen Engel des lichts, wie man dergl.
exempel hat (si verum nescio) aus dem waz ich dem Herrn Scharschmid (ex ore D.
Himselii) erzehlet. Ingl. was Herr Erichs von M Schaden gerichtet, alß der
plözl. sol gestorben sein. In betrachtung deßen hat man beiderseits
sich wohl inacht zunehmen. Solte nun mein Verlangen nach wunsch
erfüllet werden, daß neml. meines Jesu Ehre, so leider heut zu tage mehr
denn zu viel noth leidet, u auf vielerlei art geschändet u geschmähet wird, durch
rechtschaffene lehre u leben solte errettet u befördert werden, würde es mir
eine herzl. freude vor Gott sein, noch mehr so es besagter weise durch den Herr
Scharschmid geschehe, deßen Treue mir sonst genugsam bekant. Ich habe
das Vertrauen zu hiesiges Consistorium, u allen denen es zu kömmt, Sie
werden ebenfals dafür bedacht sein, u zusehen, wie Sie weder diesem noch
jenem zu lieb oder leid aus affecten hierinn was thun, sondern wie mans
vor Gott u seinem Gewißen, obgleich nicht alßbald doch zu seiner Zeit, es
sei früh oder spät, könne verantworten. Neml. daß des Herrn nahme
u der Zuhörer erbauung möge aufs beste befriedet werden.