in Narva bei s. rükreise anzuhalten, daß sie ihm ausgeben solten, daß
sie nichts wieder ihn zusprechen, welches dhr M. Herbers in Riga bei seiner durch-
reise gesagt hat, welches der Herr sehr nüzlich sein dürfte. Solte es aber nicht
sein können, were ebenfals nichts verlohren.
Id. den 1. mart. 99.
Da dhr. Super. hörte, daß Mhr. kommen wolte, ward er hoch erfreuet, u sprach
es were sehr gut, weil er deßfals bishero selber die predigten verrichten
müßen, weil er nicht lust einem andern, alß nur dem Herrn, zu übertragen
gesonnen gewesen. U. was das Zeugnis in Narva betreffe, were davon nicht
viel gelegen, ob dhr. sich deßfals bemühete oder nicht, weil es nur Zeit ver-
derben würde, also beliebe er sich nicht groß aufzuhalten, damit er mit
gutem wege zu uns komme – –
Ob nun zwar mir im sinne kahm, nach Riga zugehen, so wurde doch
derselbe wegen hiesigen Vorschlag bald geendert, deswegen an
den G. S. Herrn D Fischer selbst den 27 Febr. 99 also schrieb:
Von der Zeit, alß mir vor meinen treuen Praeceptoren die wichtigkeit des
PredigtAmts u was von einem lehrer erfordert werde, vorgestellt, ist
mir allezeit bange davor gewesen u habe zu Gott geseufzet mich noch
ferner damit zu verschonen, bis ich beßer von ihm darzu bereitet sei.
Meine Untüchtigkeit aber wird mir immer mehr kund, ie mehr ich die hoheit
solches Amts mir vor augen stelle. Bis hieher hat mich nun Gott laßen
frei gehen, wiewohl es etl. jahr her, alß müßte ich an gewißen ort u stelle
kommen, geschienen. Da Herr D Breithaupt mir ehemahls schrieb, alß ver-
langten sie mich zum DorfPfarrer bei Erfurt, nachgehends dachte
Herr D Heiler mich in Pommern fest zubinden. Herr D Spener faßte einen
guten Vorschlag vor mich in Königsberg, ohn was sonst u neulig in
Narva meinetwegen vorgenommen worden. Wohin ich zwar auf viel-
fältiges ersuchen in der stille eine reise gethan, aber gewis vorher in
meinem Herzen keine andere Versicherung hatte, alß; es würde
nichts draus werden, da mir der izzige Cursus Promotionis einiger
maßen bekant. Auch wo nicht das geringste Gute scheinet aus-
gerichtet zu sein, da trägt doch Gott seine Ehre davon, auch alß denn
wenn nichts mehr erfolget, alß wenn es nur heißt; zum Zeugnis über sie.