woran hiebei nicht ausgeschloßen, so Rx ich, warum man denn nicht lieber gera-
de zugehe, u das Erste Geboth von dem dreieinigen Gott in allen 3. personen ver-
stehe, alß mit dergl. ümwegen allererst zur warheit zugelangen suche.
III. Hierzu kömt noch dieses, daß juxta communem sententium Saniorum Theologorum
etiam extra nos, die andere person der Gottheit Gott der Sohn die 10. Geboth sonderlich aus-
gesprochen habe, inmaßen auch Gott der Sohn insonderheit die person ist, in wel-
cher sich die Gottheit denen menschen geoffenbahret hat, wie würde es denn sich hie
immermehr schikken den anfang der worte des Sohnes Gottes, da er sonderlich in pri-
ma persona redet von Gott dem Vater zuverstehen, u dargegen, was er in tertia persona
redet, neml. das 2. Geboth von seiner des selbst redenden Sohnes Gottes person anzu-
nehmen? Diese ursachen sinds derowegen, die mich bewogen von solcher
gesuchten erklährung der 3. ersten Geboten nichts zuhalten. Indeßen ists
gleichwohl keine intolerable oder einiger Kezzerei beschuldigungswürdige ausle-
gung, die dem Herrn Vagetio alhier beliebet hat, sondern kan ohne ärgernis an dem
autori aller billigkeit nach geduldet werden, aus diesen ursachen (1) weil er
fundamenta fidei Christianae in Deum Triaunum hiedurch in keinem wege zu verlezzen, son-
dern vielmehr zubefestigen suchet. (2) weil er in dieser seiner meinung den
Kirchenlehrer August. vor sich hat, alß welcher Tom. 4. edit. Fr. constat in Ex. ad h. l. p. m.
148 dieselbe meinung führet (oder doch zu führen scheinet, weil ich gestehen muß,
daß man Aug. ohne viel mühe oder ümschweif auch im andern Verstande aus-
legen möge). Er handelt daselbst von der eintheillung der 10 Gebote, ob man die
erste taffel in 3. oder 4. Gebote eintheilen solle, u führet davon diese worte: Mihi vi-
detur congruentius accipi tria illa (prioris sc. tabulae praecepta) et ista (alterius
tabulae praecepta) septem, quoniam Trinitatem videntur illa (praecepta scil.) quae ad De-
um pertinent, insinuare diligentius intuentibus. (3.) weil auch diese meinung sich
einigermaßen läßet vergleichen u gutmachen mit der eintheilung der 3. haupt
articul des Christl. Glaubens, daß wie in demselben andern Hauptstükke die Schöpfung
Gott den Vater sonderlich zugeschrieben wird, davon doch der Sohn u H. Geist mit nich-
ten auszuschließen sind. So scheinets auch hie im ersten hauptstük nicht un-
gereimet zu sein, daß der Vater allein im ersten Geboth werde vorgestellet, obwohl
die andere personen dabei nicht auszuschließen sind. Und das hätte auch in so
weit seine gute wege, daferne es nicht annoch ein großer unterschied were, Eine
person ein sonderbahres Göttl. werk sonderlich zueignen, u einer person die Göttl.
Ehre zuerweisen sonderlich u zwar in den worten des kurzgefaßten Göttl. Gesezzes
zubefehlen (4.) weil sichs endlich auch wohl scheinet zu schikken, was. das. 2.
de zugehe, u das Erste Geboth von dem dreieinigen Gott in allen 3. personen ver-
stehe, alß mit dergl. ümwegen allererst zur warheit zugelangen suche.
III. Hierzu kömt noch dieses, daß juxta communem sententium Saniorum Theologorum
etiam extra nos, die andere person der Gottheit Gott der Sohn die 10. Geboth sonderlich aus-
gesprochen habe, inmaßen auch Gott der Sohn insonderheit die person ist, in wel-
cher sich die Gottheit denen menschen geoffenbahret hat, wie würde es denn sich hie
immermehr schikken den anfang der worte des Sohnes Gottes, da er sonderlich in pri-
ma persona redet von Gott dem Vater zuverstehen, u dargegen, was er in tertia persona
redet, neml. das 2. Geboth von seiner des selbst redenden Sohnes Gottes person anzu-
nehmen? Diese ursachen sinds derowegen, die mich bewogen von solcher
gesuchten erklährung der 3. ersten Geboten nichts zuhalten. Indeßen ists
gleichwohl keine intolerable oder einiger Kezzerei beschuldigungswürdige ausle-
gung, die dem Herrn Vagetio alhier beliebet hat, sondern kan ohne ärgernis an dem
autori aller billigkeit nach geduldet werden, aus diesen ursachen (1) weil er
fundamenta fidei Christianae in Deum Triaunum hiedurch in keinem wege zu verlezzen, son-
dern vielmehr zubefestigen suchet. (2) weil er in dieser seiner meinung den
Kirchenlehrer August. vor sich hat, alß welcher Tom. 4. edit. Fr. constat in Ex. ad h. l. p. m.
148 dieselbe meinung führet (oder doch zu führen scheinet, weil ich gestehen muß,
daß man Aug. ohne viel mühe oder ümschweif auch im andern Verstande aus-
legen möge). Er handelt daselbst von der eintheillung der 10 Gebote, ob man die
erste taffel in 3. oder 4. Gebote eintheilen solle, u führet davon diese worte: Mihi vi-
detur congruentius accipi tria illa (prioris sc. tabulae praecepta) et ista (alterius
tabulae praecepta) septem, quoniam Trinitatem videntur illa (praecepta scil.) quae ad De-
um pertinent, insinuare diligentius intuentibus. (3.) weil auch diese meinung sich
einigermaßen läßet vergleichen u gutmachen mit der eintheilung der 3. haupt
articul des Christl. Glaubens, daß wie in demselben andern Hauptstükke die Schöpfung
Gott den Vater sonderlich zugeschrieben wird, davon doch der Sohn u H. Geist mit nich-
ten auszuschließen sind. So scheinets auch hie im ersten hauptstük nicht un-
gereimet zu sein, daß der Vater allein im ersten Geboth werde vorgestellet, obwohl
die andere personen dabei nicht auszuschließen sind. Und das hätte auch in so
weit seine gute wege, daferne es nicht annoch ein großer unterschied were, Eine
person ein sonderbahres Göttl. werk sonderlich zueignen, u einer person die Göttl.
Ehre zuerweisen sonderlich u zwar in den worten des kurzgefaßten Göttl. Gesezzes
zubefehlen (4.) weil sichs endlich auch wohl scheinet zu schikken, was. das. 2.