burgGraf von Kocken, u burgemester Schwarz. Wir sezten uns nieder,
kahmen auf vorigen discurs. So fing dhr. burgGraf an zu fragen, wem
dhr Mag. verlangete an seine stelle in s. abwesenheit. Darauf replicirte dhr.
M: Ich habe izzo deswegen mit Monsieur Erichs geredt, alß einem special
Freund von Herrn Scharschmid. Zog damit einen brief aus so er an dhr geschrie-
ben, u hier eingeschloßen gehet. Er lases allen vor, u sandte auch nach
Herrn Wolff, welcher auch so fort kahm. Da wir nun alzusammen, wurde be-
liebet, daß sie alle zusammen mit dem brief zu dem Superint. gingen. Da-
mit schied ich von Ihnen. Ich kahm den nachmittag wieder zu den Herrn Mag.
welcher mir (wie auch Herr Wolff, der es confimiret) sagte, daß er den brief, so
er an dhr. geschrieben, dem Superint. vorgelesen, in praesenz des Herrn burgGr.
burgermeisters Schwarz, u RathsVerw. Wolff. U. wie ich, sonderl. von Herrn Wolff vernehme,
sol der Superint. gesagt haben: Es were gut, Er wolte dhr. so lieb sehen
alß alle andern. u wenn dhr. sich im anfange nur über die kleine differentie
gefunden hette, were es lange mit ihm richtig. – – Heut morgen kahm
dhr M Herbers selbst zu mir, sagte er wolte noch einen brief an dhr. schreiben
u es mir zusenden, auch hat er mich nochmahls umgefaßt u mit weinen-
den augen gebeten, ich möchte doch mir dies werk höchst angelegen sein
laßen. Er vertrauete mir nun eine solche wichtige sache, davon so vieler
Seelen Heil u wolfarth hinge. Laßet nicht ab, sprach er, obschon wegen
voriger passirten sache Herr Scharschmid nicht wolte kommen, Ihn herzl. zubitten,
Gottes Ehre u meiner hinterbliebenen schäflein wolfarth zuretten. Darauf
fing er an zuweinen, u ich u meine liebste auch. Es war jämmerlich
anzuhören. Darauf segnete er mich, Meine liebste, u ganzes Hauß. Ach Gott
die thränen stehen mir annoch in den augen, wenn ich an des frommen
Mannes segen gedenke. Nun ich spühre kein falsch in deßen herz gegen Mhr.
Es hat zwar dhr. nicht ursach überzukommen, wenn man fleisch u bluth wolte
zu rath nehmen. Ich halte aber dhr. wird hierauf fort gehen vermöge seiner
eigenen worte, da er an mich aus Novgrod also geschrieben: Daß der Hei-
lige u weise Gott noch kein gefallen gehabt an mir mich in sein Amt zu
sezzen. – u weiter; Gott erfülle an ihnen alles wohlergehen. Ich meines
theils getröste mich, daß ich ihm angehöre, u weiß, daß er sein werk, so er
mit mir vor hat, schon zu seiner Zeit ausführen werde. Dies
kahmen auf vorigen discurs. So fing dhr. burgGraf an zu fragen, wem
dhr Mag. verlangete an seine stelle in s. abwesenheit. Darauf replicirte dhr.
M: Ich habe izzo deswegen mit Monsieur Erichs geredt, alß einem special
Freund von Herrn Scharschmid. Zog damit einen brief aus so er an dhr geschrie-
ben, u hier eingeschloßen gehet. Er lases allen vor, u sandte auch nach
Herrn Wolff, welcher auch so fort kahm. Da wir nun alzusammen, wurde be-
liebet, daß sie alle zusammen mit dem brief zu dem Superint. gingen. Da-
mit schied ich von Ihnen. Ich kahm den nachmittag wieder zu den Herrn Mag.
welcher mir (wie auch Herr Wolff, der es confimiret) sagte, daß er den brief, so
er an dhr. geschrieben, dem Superint. vorgelesen, in praesenz des Herrn burgGr.
burgermeisters Schwarz, u RathsVerw. Wolff. U. wie ich, sonderl. von Herrn Wolff vernehme,
sol der Superint. gesagt haben: Es were gut, Er wolte dhr. so lieb sehen
alß alle andern. u wenn dhr. sich im anfange nur über die kleine differentie
gefunden hette, were es lange mit ihm richtig. – – Heut morgen kahm
dhr M Herbers selbst zu mir, sagte er wolte noch einen brief an dhr. schreiben
u es mir zusenden, auch hat er mich nochmahls umgefaßt u mit weinen-
den augen gebeten, ich möchte doch mir dies werk höchst angelegen sein
laßen. Er vertrauete mir nun eine solche wichtige sache, davon so vieler
Seelen Heil u wolfarth hinge. Laßet nicht ab, sprach er, obschon wegen
voriger passirten sache Herr Scharschmid nicht wolte kommen, Ihn herzl. zubitten,
Gottes Ehre u meiner hinterbliebenen schäflein wolfarth zuretten. Darauf
fing er an zuweinen, u ich u meine liebste auch. Es war jämmerlich
anzuhören. Darauf segnete er mich, Meine liebste, u ganzes Hauß. Ach Gott
die thränen stehen mir annoch in den augen, wenn ich an des frommen
Mannes segen gedenke. Nun ich spühre kein falsch in deßen herz gegen Mhr.
Es hat zwar dhr. nicht ursach überzukommen, wenn man fleisch u bluth wolte
zu rath nehmen. Ich halte aber dhr. wird hierauf fort gehen vermöge seiner
eigenen worte, da er an mich aus Novgrod also geschrieben: Daß der Hei-
lige u weise Gott noch kein gefallen gehabt an mir mich in sein Amt zu
sezzen. – u weiter; Gott erfülle an ihnen alles wohlergehen. Ich meines
theils getröste mich, daß ich ihm angehöre, u weiß, daß er sein werk, so er
mit mir vor hat, schon zu seiner Zeit ausführen werde. Dies