D Dohnell von 26 9br.
Bei dieser gelegenheit berichte, das Mhr. briefe alle wohl expediret.
Ich habe wohl in meinem jüngsten geschrieben, daß Mhr nicht eher
alß nach empfang einer Vocation sich hieher begeben solle, weil
sich aber hier in Unserer königl kirchen Ordnung ein articul befindet,
welcher generaliter befielet, keinen zum PriesterAmt zu vociren, es sei
denn daß er vorher im Consistorio wegen seiner lehre sei examiniret
worden, alß habe Meinen Werthesten hiermit dienstl. ersuchen wollen
sich cito hieher zu Uns zu begeben, damit bei gelegenheit dieses
impediment weggeräumet werde, welches die hauptsache stuzzig
macht. Es sind hier viel dürstige Seelen, welches nach meines
Herrn seine erbaul. conversation verlangen, u versichere Meinem
Werthesten, er wird viel gutes zur Ehre Gottes hier stiften. –
Claus Havemann von 26 9br.
Im dem ich nicht so glükl. bin in Mhhr. bekantschaft zu stehen, wird es dem-
selben fremd sein, daß ich mir von selbst die Ehre untermehme ihme
mit meinen geringen Schreiben anzugehen. Der ruhm von
seiner bekanten leutseligkeit aber machet mich so kühne, daß ich
hoffe Mhr. solches nicht in ungutem aufnehmen, besondern bei sich
zum besten deuten wird. Welchergestalt dieses orts viele
sind, die ein herzl. Verlangen tragen, deßelben person alhie zu sehen,
seiner guten lehre u Predigten (davon er alhie die proba abgelegt)
mehrmahls anzuhören, u aus deßen herzl. gaben im Christenthum
sich zuerbauen, solches sage ich, wird zweifels ohne demselben von
einigen hiesigen Freunden kund gemacht u unverborgen sein.
Wie ich nun eben daßelbe auch herzlich wünsche, so habe ich dieser
Sache wegen auch fleißig nachgeforschet, worum es doch stehet, daß
dieses nicht einen guten effect gewinnen wil. So vernehme dann,
daß Mhr. nicht eher anhero zukommen resolviren wollen, bevor er
durch eine ordentl. Vocation berufen werden. Nun ist bis-
hero diese sache auf allerhand art u weise überleget, solcherge-
stalt aber hats noch nicht können bewürket werden, wird auch
(meines erachtens) sehr schwerlich auf solche weise ins werk
zurichten sein. Solte nun aber das Verlangen so vieler Gott
suchenden vergebens u umsonst sein, were es wohl zubeklagen